Worte zum Wochenende

For all his tragic flaws as a human being, Jackson could legitimately be seen as the greatest entertainer of his generation, the natural successor to Frank Sinatra and Elvis Presley.

Richard Williams, The Guardian
// For all Michael Jackson’s flaws he was the greatest entertainer of his age

Nein, ich stehe nicht im Solde dieser Firma. Aber offensichtlich kann ich mich vom Selbstbetrug meiner Zunft besser freimachen als andere: Ich sehe nämlich täglich, dass ich als Leser unermesslich mehr von Google profitiere, als mir der “Raub” von Google als Autor je schaden kann.

Florian Felix Weyh, Deutschlandradio
// Google – der große Literatur-Räuber?

“Mission Hollywood” ist also weder Doku noch Soap, sondern ein weiteres jener TV-Rollenspiele, die exemplarisch vorführen, wie man jungen Frauen unter Androhung des Wettbewerbsausschlusses die Biologie beibringt.

Katrin Schuster, epd medien
// Rollenspiele von Vorgestern

How shit is Transformers 2? Without having seen it, I can’t say for certain. But it has a score by Hans Zimmer and Linkin Park. What more do you need to know?

Dan North, Spectacular Attractions
// Transformers 2: How bad can it be?

Mein Lieblingsmoment auf dem medienforum.nrw…

…abgesehen von all den Stöhn-Momenten, in denen Politiker von heute Litaneien von gestern darüber wiederholten, was das Internet kann und muss und darf (Thomas Knüwer dazu), fand in dem letzten Panel statt, das ich besucht habe, am Dienstag nachmittag zum Thema “Presse und Politik – Geht der öffentlichen Kommunikation das Publikum verloren?”.

Dort fragte Moderator Hajo Schumacher den Chefredakteur der “Kölnischen Rundschau”, Jost Springensguth, ob er denn all die Bürgerreporter mit den Handys haben wolle? Und der druckste kurz und sagte dann, fast erleichtert, “Na ja, im Prinzip eigentlich nicht.” Das war so ehrlich, dass der ganze Saal erleichtert auflachte.

Im gleichen Panel sagte übrigens auch “Tagesspiegel Online”-Chefin Mercedes Bunz, dass sie Titelseiten von Zeitungen wegen ihrer ordnenden Funktion mag und deswegen durchaus findet, das Nachrichten dort ihren Platz haben. Was wieder einmal zeigt: Leute, die wirklich wissen, was “Synergie” bedeutet, brauchen keine falschen Antagonismen aufzubauen.

Worte zum Wochenende

Im Wesentlichen geht die Serie so: Böse Menschen führen eine brenzlige Situation herbei, dann kommt ein schöner Mönch und haut eine halbe Stunde lang allen eine rein, und am Ende gibt es noch einen humoristischen Moment, und alle lachen.

Michael Reufsteck, Fernsehlexikon
// Lassgutsein – Die Rache Gottes

Hat sich beim DJV etwa die Erkenntnis durchgesetzt, dass man sich komplett lächerlich macht, wenn man in Allzweck-Pressemitteilungen immer nur ein und dieselbe Formulierung verwendet? Naja: fast.

Peer Schader, Medienpiraten
// Schöner Pressemitteilen mit dem DJV

Und als schließlich etwa achtzig Protestler die Hörsäle stürmten und “Solidarisieren, Mitmarschieren!” skandierten, wusste ich plötzlich wieder ganz genau, warum mir das alles nicht gefällt: Ich mag einfach kein Gebrüll und kein Marschieren.

Lukas Heinser, Coffee and TV
// Mein Protest-Problem

No one really pays much attention to what year sci-fi movies take place. I thought it would be interesting to arrange some classic films about the future into chronological order and see what we’d find.

Dan Meth, DanMeth.com
// Futuristic Movie Timeline
(via Geekologie)

Worte zum Wochenende

Goodness knows, I’m not one to complain, and I’m sure you’re not the sort to, either, but aren’t you growing just a bit tired of reading about the demise of newspapers — in the papers themselves?

Graydon Carter, Vanity Fair
// The Paper Chase
(via Medienlese)

Nicht der Journalismus, die Verlage bewegen sich in einer Todesspirale. Ohne Umsteuern werden die meisten großen Medienhäuser die kommenden Jahre nicht überleben.

Torsten Meise, agorazein
// 10 Sätze zur Zukunft des Journalismus
(via Medienlese)

[T]here must be a legion of Twitterers out there who sign up, tweet once, and never return.

John Swansburg and Jeremy Singer-Vine, Slate
// Orphaned Tweets

Die Tageszeitungen machen meiner Meinung nach jetzt schon keinen Sinn mehr, weil auf den ersten zwei, drei Seiten nur Nachrichten stehen – das ist völliger Schwachsinn! Ich kenne auch niemanden, der das in Wahrheit für klug hält. Doch die Leute, die das machen, können sich offenbar nicht davon lösen. Weil sie auch kein anderes Konzept haben.

Jakob Augstein, im Interview mit der Frankfurter Rundschau
// “Das Netz hat gewonnen”

Casting Couch

Nicht genug damit, dass RTL ernsthaft meint, mit einer Sendung wie Mission Hollywood jetzt auch noch für äh… Schauspieler eine Castingshow anbieten zu müssen. Geradezu besorgt war ich darüber, heute zu lesen wie Silke Burmester, die ich für eine sehr gute Kritikerin halte, das alberne Machogehabe der Sendung, in der die Kandidatinnen als erste Bewährungsprobe erstmal Orgasmen (When Harry Meets Sally), lesbische Küsse (Cruel Intentions) und Striptease (9 1/2 Weeks) nachspielen mussten, bei Spiegel Online auf auch noch zynisch gutheißt:

Es wäre naiv, sich über diese Darstellung aufzuregen. Im Gegenteil, es ist lobenswert, wenn das Fernsehen die Realität so klar und wahrhaftig abbildet: Die gönnerhafte Pose bleibt ein gesellschaftlich anerkanntes Erfolgsmodell. Und wahr bleibt auch: Männer können einen groß rausbringen. Man muss ihnen nur das richtige Fleisch zeigen.

Sie mag mit den letzten drei Sätzen voll und ganz recht haben. Nur das mit der Naivität verstehe ich nicht. Aufregung über solche Darstellung, selbst wenn sie der Realität entspricht, sollte meiner Meinung nach absolute Pflicht sein. Es mag wie ein Allgemeinplatz klingen, aber ist nicht Aufregung – immer, immer und immer wieder – der erste Schritt, um die mediale Verhökerung und Degradierung von Frauen zu sexuellen Objekten vielleicht irgendwann in ferner Zukunft mal zu verändern? Oder müssen wir erst warten bis die nächste Castingshow Germany’s Next Top-Hooker sucht?

Worte zum Wochenende

[S]ie hängen an Idealen, die schon in wenigen Jahren keine Sau mehr interessieren und die in fünfzig Jahren Gegenstand von Kulturwissenschaft sein werden: klar konturierte Berufsbilder zum Beispiel, unbegrenzte Arbeitsverträge oder die altmodische Eigenart, jede Mail mit freundlichen Grüßen statt mit LOL oder tanzenden Smileys zu unterzeichnen.

Hilmar Klute, Süddeutsche Zeitung
// Generation Gugl

Es wird niemand gezwungen, unsinnigen Verheißungen renditeorientierter Fernsehsender Glauben zu schenken. Das Topmodel ist gar kein Topmodel und der Superstar kein Superstar, schon gar keiner, den Deutschland gesucht hat? Ach was. Das wissen wir spätestens seit der ersten Sendung.

Christoph-Albrecht Heider, Frankfurter Rundschau
// Das unwahre Leben

RTL ist mit der umstrittenen Sendung „Erwachsen auf Probe“ etwas ganz und gar unerhört Hervorragendes gelungen. Etwas, das wir dem Sender gar nicht zugetraut hätten. Und das wäre: zehn Minuten Sendezeit für Marlis Herterich, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbunds

Michael Hanfeld, Frankfurter Allgemeine Zeitung
// Liebling, ich habe das Baby gekillt

Zappadu told El País that “virtually every weekend” Italian air force flights brought Berlusconi’s friends, dancers and television hostesses to the 60-hectare weekend retreat.

Giles Tremlett, The Guardian
// Spanish newspaper prints pictures of naked guests at Berlusconi villa