Die deutsche Film-Blogosphäre: Sidney Schering von “Sir Donnerbolds Bagatellen”

Für mein polemisches Thesenstück zur deutschen Filmblogosphäre habe ich neun deutschsprachige Filmblogger per E-Mail interviewt. Die Auswahl erfolgte nach persönlichem Geschmack und relativer Findbarkeit im Netz.

Das Beste zum Schluss, oder auch: Ente gut, alles gut. Als ich Sidney Scherings Blog “Sir Donnerbolds Bagatellen” gefunden hatte, wusste ich, dass ich dort (vielleicht abgesehen vom Blogdesign-Geschmack) auf einen Gleichgesinnten gestoßen war. Sir Donnerbold bloggt über Filme, aber er weiß, welche Filme er sich aussucht, und seine Artikel speisen sich zu großen Teilen aus einem enzyklopädischen Wissen über diese Filme, vor allem über Disney, über Animation und das Hollywood-System. Es hat mich also gar nicht gewundert, dass Sidney die gleichen Dinge in der deutschen Blogosphäre vermisst, wie ich.

Beschreibst du kurz in eigenen Worten, was du bei “Sir Donnerbolds Bagatellen” machst, warum, wie lange schon, und wie es dazu kam?

In meinem Blog fasse ich, so weit es mir zeitlich möglich ist, meine Gedanken zu Filmneuigkeiten und anderen Dingen aus der Welt der medialen Unterhaltung zusammen, außerdem bespreche ich einige Filme – leider nicht alle, die ich sehe, denn dann hätte ich keine Zeit mehr, welche zu gucken. Ich mache das seit Dezember 2007, als mich mein innerer Schreibdrang überwältigte und mir meine alten Stammforen nicht mehr für meine langen Lamenti geeignet schienen.

Denkst du, man braucht irgendeine Art von professionellem Hintergrund, um sinnvoll über Film bloggen zu “dürfen”?

Ich denke, dass man für einen lesenswerten Blog generell nur Passion für das gewählte Thema und eine halbwegs interessante Schreibe benötigt. Ein professioneller Hintergrund kann spannende Einsichten gewähren, aber ebenso kann ein „amateurhafter Blick“ für reizvolle Artikel herhalten.

Dein Blog beschränkt sich thematisch hauptsächlich auf deine Disney-Leidenschaft, aber du weichst gelegentlich auch davon ab und schreibst zum Beispiel über Musik – wonach wählst du aus, worüber du schreibst?

Die faszinierende Welt Disneys ist meine größte Passion in der Welt der Medien und der Unterhaltungskunst, so dass es sich irgendwie von selbst ergibt, dass ich darüber am häufigsten schreibe. Disney lässt es am schnellsten unter meinen Nägeln brennen – jedoch sah ich meinen Blog nie als semi-professionelle Disney-Seite, sondern stets als virtuelle Auslagerung meines Schreibdrangs. Deshalb thematisiere ich in meinem Blog, wonach es mir steht, also auch Filme, die niemals unter dem Disney-Label erscheinen würden oder Metalalben. Das ist gewiss keine thematische Ausrichtung, wie man sie in einem Seminar über Medienpublikationen erlernen würde, doch das schert mich nicht – ich will mich ausdrücken und kein werbefähiges Produkt liefern. Mein Blog ist ein Hobby, kein Job. Zudem hoffe ich, durch den Themenmix beweisen zu können: Solche Interessen schließen einander nicht aus.

Mehrere Serien in deinem Blog werden von Gastautoren geschrieben. Wer sind sie und wie funktioniert diese Kollaboration?

“Aku Ankka” (aka Kevin, einem Administrator der Duckipedia) und ich lamentierten eines Tages im ICQ, dass die deutsche (digitale) Disney-Fangemeinde in zwei Extreme verfällt: Diejenigen, die ihr Disneywissen scheinbar über ihre Passion stellen, und jene, die ihre Lieblingsfilme und -figuren haben, doch über Wissen erstaunt sind, das auf englischsprachigen Disney-Seiten als Allgemeinwissen durchginge. Natürlich gibt es Ausnahmen, dennoch fanden wir, dass der typische US-Mix aus Wissen und Passion im deutschen Web untergeht. Deshalb liebäugelten wir mit einem neuen Fanprojekt, das mit feurigem Eifer seine Liebe zu Disney erklärt, und dies auf informative Weise. Also eben nicht noch ein Fanlexikon, nicht noch eine “Wow, ist das toll!”-Seite (die allesamt ihre Berechtigung haben!), sondern ein Mittelding. Um “Im Schatten der Maus” zu erproben und bekannt zu machen, startete es als “Programm” innerhalb meines Blogs, zu Beginn rekrutierte ich noch Ananke Ro, eine enge, langjährige Freundin von mir, die ebenfalls ein echter Disney-Crack ist. Mit “Case” (aka Jan) stieß Ende 2012 noch ein Arbeitskollege von mir hinzu – für die Zukunft hoffe ich, weitere Autoren zu finden und eine eigenständige Seite zum Thema starten zu können.

Hast du den Eindruck, dass es so etwas wie eine deutschsprachige Film-Blogosphäre gibt, in der die Blogs miteinander kommunizieren? Wenn ja, kannst du sie beschreiben?

Ich habe den Eindruck, dass es eine locker verknüpfte deutschsprachige Film-Blogosphäre gibt. Private (Hobby-)Blogs mit Schwerpunkt Film scheinen sich schnell anzufreunden und auch mal Stöckchen, Fragebögen oder ähnliches auszutauschen, aber man könnte sie genauso gut als Teil der “normalen” Blogosphäre bezeichnen, da sie auch über persönliche Interessen tratschen. Reine Filmblogs, noch dazu professionelle oder semiprofessionelle, scheinen mir im deutschsprachigen Raum doch giftiger zueinander zu stehen als US-Seiten. Ich denke da schwärmend an Comic-Con-Videologs, in denen Autoren von “/Film”, “Collider”, “First Showing”, “Joblo” und “Cinema Blend” wie Kumpels zusammenhängen. Das scheint es hier nicht zu geben.

Du erwähnst zwei der Dinge, die mir auch in US-Blogs aufgefallen sind, und die ich hier vermisse. Die Mischung aus Passion und Information einerseits und andererseits das große Gemeinschaftsgefühl zwischen den Blogs, die auch regelmäßig beieinander zu Gast sind. Was meinst du, woran liegt es, dass das hier nicht so ist? Und: Müssen wir den Amerikanern überhaupt alles nachmachen?

Natürlich muss man den Amerikanern nicht alles nachmachen, aber was ist schon gegen etwas Freundschaft unter Leuten, die der selben Passion nachgehen, auszusetzen? Dass die “Tagesschau” nicht täglich zwei Minuten einräumt, in denen via Liveschalte Witze mit den Moderatoren von “heute” gemacht werden, ist ja selbstredend, schließlich geht es da um Information über Weltpolitik. Aber wenn Onlinemedien zu Film und Fernsehen, die auch aus Liebe zum Thema geführt werden, sich wie Todfeinde ankeifen, was hat man schon davon?

Was die Mischung aus Passion und Information angeht: Ich freue mich über rein passionierte und rein informative Webseiten, doch es braucht meiner Meinung nach halt auch die Hybriden. Um es am Beispiel Disney zu erklären, wo mich dieser Mangel ja so stört: Ich denke, dass eine Mischung aus beiden Herangehensweisen wieder passionierte, doch auch fundierte Webdiskussionen anstoßen und zudem Gelegenheitszuschauer zu Fans machen kann. Wer hie und da einen Disney-Film guckt, wird sich keine Faktensammlungen zu Herzen nehmen und über liebessüchtige Blogeinträge lachen. Der Mittelweg reicht ihm die Hand (“Och, das ist ja interessant, so genau habe ich bei Disney nie hingeguckt. Ah, nun verstehe ich dieses laute Fangejubel”), während Fans vergnügliches Lesematerial erhalten.

Weshalb es im deutschsprachigen Web so viel Konkurrenzdenken bei Onlinemedien gibt? Vielleicht ist es das Erbe unserer journalistischen Vergangenheit – grob vereinfacht und stark verallgemeinert entstanden professionelle US-Filmblogs aus Zuneigung zum Thema, während sich professionelle deutsche Webseiten zu Themen abseits des üblichen Nachrichten-Themenmix als Ergänzung des klassischen Journalismus verstehen. Dass “Wir lieben Filme und denken viel drüber nach” aber nunmal nicht “Tagesthemen online” ist, wird da leicht übersehen. Ich verlange ja keine Aufweichung der Nachrichtenkriterien, sondern nur ein weniger steifes Selbstbild. Und was die passioniert informierenden Hobbyblogs angeht? Keine Ahnung. In englischer Sprache sind Publikum und potenzielle Autorenschaft größer, vielleicht sind deshalb die Chancen größer, dass sowas entsteht und besteht.

Ist dir “Erfolg” beim Bloggen wichtig? Bist du in deinen Augen mit deinem Blog erfolgreich?

Sagen wir so: Verschwindender Erfolg schmerzt mehr, als dass mich steigender Erfolg freut. Wenn die Leserzahlen nur ein bisschen sinken, jammere ich, wenn sie steigen, müssen sie deutlich steigen, damit ich mich freue, weil ich bei kleinen Anstiegszahlen nur denke “Och, joah, ist nur ein Hobby, aber schön, dass es gefällt.” Mich würden mehr Kommentare freuen, da mir die Interaktion wichtiger ist als bloße Zahlenprahlerei. Doch auch bei so vielen stillen Lesern fühle ich mich erfolgreich genug, um nicht mehr zu denken, dass ich allein für mich selbst blogge. Ich fühle mich seit einigen Jahren gegenüber meinen Leserinnen und Lesern in der Pflicht, weshalb ich bei Durststrecken ein mieses gewissen bekomme. Zur Oscarsaision 2012/13 etwa war die Zeit für Oscar-Prognosen zu knapp, aber weil die Oscar-Artikel beliebt sind, habe ich mich da durchgebissen.

Welche Blogs (über Film und drumherum) liest du selbst? Zu welchem Zweck?

Die großen US-Blogs meiner Linkliste lese ich, um auf dem Laufenden zu bleiben, den Rest aus Interesse und zum Zeitvertreib.

Gibt es nach deiner Ansicht im Bereich Film im deutschsprachigen Web so etwas wie Leitmedien? Was wären die?

Uff, da bin ich überfragt. Jeder, mit dem ich spreche, hast seine eigenen Favoriten, also scheint der Konsens für ein Leitmedium zu fehlen. Oder ich kenne die falschen Leute.

Wie würde die Netz-Film-Sphäre in einer perfekten Welt aussehen?

Ich ahne, dass ich zu einer riesigen Antwort fähig bin – derzeit fehlt mir dazu aber die Kreativität. Sorry. In einer perfekten Welt würde jedenfalls der Link-, Kommentar- und Leserneid wegbrechen. Und das dauernde “Hey, 10 Seiten in meinem Reader haben das schon gepostet, hört auf damit, es auch zu posten!”-Gemecker. Denn nicht jeder User liest zig Seiten.

Die deterministischen Schräglagen von “Ralph reicht’s”

wreckitralph

Walt Disney Pictures

“Ralph reicht’s” ist das Originellste und Zeitgenössischste, was Walt Disney Feature Animation seit einiger Zeit hervorgebracht hat. Ich stehe voll hinter meiner Kritik des Films in der letzten “Close up”-Sendung – der Film ist voll mit cleveren und witzigen Ideen, und die Dynamik und das Schauspiel seiner beiden Hauptcharaktere ist großes Kino. Rich Moore weiß, was er tut, das hat er bei unzähligen “Futurama”- und “Simpsons”-Folgen bewiesen, und außerdem gebührt jedem ein Schulterklopfen, der sich dem Thema Videospiele überhaupt mal auf bessere Weise annimmt als, sagen wir, Resident Evil.

Und doch gab es da ein paar Dinge, die nicht aufhören an mir zu nagen, und die ich natürlich in eine Vier-Minuten-Fernsehkritik nicht hineinquetschen konnte.

Spoiler für Ralph reicht’s ab hier.

Ralph reicht’s basiert auf der Prämisse, dass hinter den Schirmen einer Videospiel-Arcade eine uns unbekannte Welt existiert, in der sämtliche Figuren, die in den Videospielen vorkommen, ein eigenes Leben führen. Wenn die Videospiele gespielt werden, ist das für sie wie Arbeiten. Doch wenn gerade keiner spielt, zum Beispiel nachts, interagieren die Figuren nicht nur innerhalb ihres Spiels autark miteinander, über die Stromleitungen und die Verteilersteckdose, an der die Arcade-Automaten hängen, können die Figuren auch ihr Spiel verlassen und in andere Spiele wechseln, zum Beispiel um zu “Anonymen Bösewichter”-Treffen zu gehen.

So weit, so gut. Nach einem ähnlichen Prinzip operiert jeder Film dieser Art, der eigentlich unbelebten Dingen für den Zweck einer Geschichte Leben einhaucht. Und fast immer geht es dabei in einer Art Determinismus-Meditation um genau dieses Spannungsverhältnis zwischen “Gegenstand, der von Menschen für einen Zweck hergestellt wurde” und “Selbst denkendes und fühlendes Wesen”.

Am Beispiel Toy Story lässt sich das sehr gut demonstrieren: Die Spielzeuge in Andys Zimmer führen ein Eigenleben mit ihren internen Querelen, sie sind aber unter dem Banner des Spielzeuge-von-Andy-Seins vereinigt. Als ein neues Spielzeug, Buzz Lightyear, diese Dynamik stört, weil er noch nicht weiß, dass er ein Spielzeug ist, entsteht ein Konflikt, der dadurch gelöst wird, dass Buzz in seiner Identität als Spielzeug eine erfüllende Aufgabe und keine Abwertung seines Charakters sieht.

Damit Toy Story funktioniert, muss es natürlich einige ungeschriebene Regeln geben, nach denen die Welt des Films operiert. Allen voran gilt, dass die Menschen auf keinen Fall merken dürfen, dass die Spielzeuge in ihrer Abwesenheit lebendig sind. Diese Regel wird nie direkt ausgesprochen, aber einer der Höhepunkte des Films entsteht daraus, dass die Regel bewusst und kontrolliert gebrochen wird, um Nachbarsjunge Syd einen Schrecken einzujagen. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar und es braucht keinen großen “Leap of Faith”, um sich vorstellen zu können, dass auch unsere Welt nach Toy Story-Regeln funktioniert.

Bei Ralph sieht das ganze anders aus. Adam Quigley brachte im /Filmcast die Probleme des Films ziemlich gut auf den Punkt: “There’s so many rules they have to set up during the film, at a certain point it becomes exhausting just keeping track of all the expositional format of how this world can operate.” Auch Christopher Orr hat im “Atlantic” angemerkt “Unlike the Pixar films toward which it aspires — which marry sophisticated conceits to straightforward storylines— Wreck-It Ralph consistently gets lost in its own intricate plot mechanics.”

In Rich Moores Film sind die Regeln nicht nur allgemein gültige Prinzipien, die sich natürlich aus der Konfiguration der Handlung ergeben – etwa, dass das Spiel nicht mehr funktioniert, wenn es einer der Charaktere verlässt. Es werden vielmehr zusätzlich alle möglichen Regeln und Meta-Regeln eingeführt, die nicht durch interne Logik motiviert sind, die der Film aber braucht, um zusätzlich zu Ralphs innerem Identitäts-Konflikt auch noch einen äußeren Konflikt herzustellen, der den Plot des Films vorantreibt.

Ein paar Beispiele: Wenn ein Spiel vom Netz getrennt wird, sterben alle Charaktere darin, außer sie retten sich vorher (Was ist bei Stromausfall?). Wenn man in seinem eigenen Spiel stirbt, respawnt man, wenn man in einem anderen Spiel stirbt, nicht. Wenn einem Spiel die Einmottung droht, kann man durch die Stromleitung aus dem Spiel fliehen, außer man ist ein “Glitch”, wie Vanellope, dann ist man in seinem Spiel gefangen. Wenn ein Glitch Sugar Rush gewinnt, wird das Spiel auf null gesetzt, die Charaktere behalten aber alle Erinnerungen. Spielfiguren sind eigenständige Personen mit ausgeformten Charakteren und eigenenen Motivationen, aber sie sind auch “Code”, der von findigen Bösewichtern manipuliert werden kann. Es ist wirklich ermüdend.

wreckitralph

Walt Disney Pictures

Weil all diese Regeln sich nicht immer logisch aus dem Fortgang der Handlung motivieren lassen, müssen sie im Film explizit mehrfach ausgesprochen werden, damit der Zuschauer sie versteht. Für die “Respawn”-Regel, die Ralphs Leben außerhalb seines eigenen Spiels in Gefahr schweben lässt (und damit indirekt das all seiner Co-Charaktere, da seine Abwesenheit ja das Spiel zur Fehlfunktion bringt), konnte sogar Sonic the Hedgehog als Testimonial gewonnen werden, der eine entsprechende Warnung von den Bannern der “Game Central Station” herunterruft. Eine Regel dieser Art kann jede Geschichte vertragen, vor allem wenn es die zentrale Voraussetzung für den weiteren Plot ist, und dann darf sie auch etwas willkürlich sein (zum Beispiel “Wenn Marty McFlys Eltern sich nicht auf dem Schulball ineinander verlieben, wird Marty nie geboren.”). Bei Ralph braucht man aber mehrere dieser Regeln, besonders um den Vanellope-Plot irgendwie am Laufen zu halten, und das ist schlicht und einfach schlechtes Storytelling.

Aus dieser merkwürdigen Unterwürfigkeit gegenüber willkürlichen Regeln entsteht auch das Ende und damit die Moral des Films, die mir irgendwie ein bisschen Sodbrennen bereitete. Ralph kehrt in sein Spiel zurück und findet sich damit ab, dass er dort auch weiterhin der Bösewicht ist und jeden Tag x-mal vom Dach des Hauses geworfen wird. Zum Ausgleich sind alle etwas netter zu ihm. Wiederum Adam Quigley dazu, diesmal auf Twitter:

Quigley formuliert seine Bedenken bewusst zugespitzt, aber er hat recht. Ralph endet tatsächlich mit einer fast schon sozialdarwinistischen Moral, die darauf basiert, dass jeder seinen Platz in der Welt und seine Rolle zu erfüllen hat, und auf keinen Fall versuchen sollte, aus dieser Rolle auszubrechen. Zum Dank bekommt er Kekse. Das gilt anscheinend besonders für Bösewichter, denn diese müssen existieren, damit alle anderen etwas haben, gegen das sie ankämpfen können.

Zum Vergleich noch einmal Toy Story: Auch Buzz Lightyear fügt sich – wie schon erwähnt – am Ende in seine Rolle als Spielzeug. Das tut er aber nicht, weil er einsieht, dass er nichts anderes sein kann oder sein darf (in dieser Phase befindet er sich zwischendurch, schicksalsergeben als Mrs. Nesbitt in der Puppenstube von Syds Schwester Hannah), sondern weil er feststellt, dass es einfach das großartigste auf der Welt ist, von einem Kind als Spielzeug geliebt zu werden.

wreckitralph

Walt Disney Pictures

Ganz anders Ralph. Ihm reicht es, dass seine Arbeit und sein Beitrag zur Videospiel-Gesellschaft künftig ernstgenommen wird, um für den Rest seines Lebens weiter den Bösewicht zu geben. Auch Vanellope wird am Ende des Films zur Prinzessin, was natürlich der Traum jedes Mädchens ist, aber sie behält wenigstens ihr Glitching, und rettet somit etwas von ihrer Persönlichkeit als Außenseiterin in den Mainstream. Ralph geht es besser als vorher. Er muss nicht mehr auf dem Schrotthaufen schlafen. Er darf Vanellope besuchen. Er bekommt ab und zu Kuchen. Aber seine törichten Pläne, “Good Guy” statt “Bad Guy” zu sein, hat er sich zum Glück aus dem Kopf geschlagen.

“Ich werde niemals gut sein, und das ist gar nicht schlimm”, lautet das Mantra der anonymen Bösewichter. Genau, ihr Plebs da draußen, ihr Kinder, die auf der falschen Seite der Stadt geboren seid: Wir brauchen euch, damit wir uns besser fühlen können, also bleibt, wo ihr seid. Der amerikanische Traum ist ausgeträumt. Oceania has always been at war with Eastasia..

Drei Anmerkungen zum Disney-Lucasfilm-Deal

Disney hat Lucasfilm für 4 Milliarden Dollar gekauft und die Welt steht Kopf. Okay, vielleicht nicht die Welt, aber zumindest meine Twitter- und Facebook-Timeline. Einige gute Witze und einige Entsetzensschreie waren dabei, die ausführlicheren Analysen werden sicher im Laufe des Tages eintrudeln – das Feld überlasse ich gerne den Experten. Doch für diejenigen, die ihre Kindheit nun endgültig im Müllschlucker verschwinden sehen, hier drei Dinge, die mir gestern abend im Kopf herumschwirrten:

1. Disney und Lucasfilm waren sich immer schon sehr nah

Dieser Kauf kommt nicht aus dem Nichts. Wer das glaubt, war zum Beispiel noch nie in einem Disney-Themenpark, wo die “Star Tours”-Attraktion schon seit Jahrzehnten zur festen Ausstattung gehört. Crossovers von Star-Wars-Charakteren mit Disney-Charakteren sind ein alter Hut. Aber auch inhaltlich standen sich die beiden Firmen immer schon nahe. Man sollte bei allem Fandom nicht vergessen, dass Star Wars im Grunde auch nur ein Märchen ist, dass George Lucas modernes Merchandising quasi erfunden hat und dass Disney doch wahrscheinlich nichts ruinieren kann, was die Prequels nicht schon längst in die Lavagruben von Mustafar geschüttet haben.

2. Disney ist mehr als Mickey Mouse

Es ist Unsinn, den Disney-Konzern auf niedliche Cartoons und eine zuckersüße Weltsicht zu reduzieren. Sicher, er hat im letzten Jahrzehnt solche Abscheulichkeiten wie High School Musical und Hannah Montana hervorgebracht und sein Kerngeschäft ist nach wie vor Familienunterhaltung, die nicht gerade für ihre Edginess berühmt ist. Aber Disney hat in den vergangenen Jahrzehnten auch Pixar groß gemacht und Filme wie Pirates of the Caribbean produziert. Und was sie Marvel ermöglichen konnten, seit sie den Verlag gekauft haben, kulminierend in den fantastischen Avengers, sucht Seinesgleichen. Natürlich sind sie ein gieriger Großkonzern, aber ihre kreative Seite ist nach wie vor bemerkenswert.

3. Sie haben die Chance, es diesmal richtig zu machen

Bis 2015 soll Star Wars: Episode VII entstehen, was vielen Leuten Angst einjagt. Doch: George Lucas wird nur noch als “Creative Consultant” mit an Bord sein, nachdem er gerade noch eine Steißgeburt wie Detours auf den Weg gebracht hat. Dieses Ergebnis sollte uns doch eher Hoffnung machen, dass jetzt alles gut wird. Lucas, visionäres Genie aber schrecklicher Drehbuchautor und Regisseur, wird endlich vom Thron gestoßen und überlässt denjenigen die Zügel, die Star Wars wirklich zu schätzen wissen. Ob mit Disney im Rücken oder nicht, es bietet sich nun die einmalige Chance, die Schmach der Episoden I-III auf der Kinoleinwand wiedergutzumachen. Und das sollte doch ein Grund zum Feiern sein.

Es ist Kunst! – Die Pixar-Schau in Bonn

Nachdem sie mit Toy Story 1995 ihr Langfilmdebüt gaben, galten die Burbanker Pixar-Studios als ein merkwüdiger Sonderfall in Hollywood. Sie produzierten Filme, die, unter dem Deckmäntelchen der Animation, nicht nur für klingelnde Kassen sorgten, sondern auch noch bei Kritikern regelmäßig Bestnoten absahnten. Die letzten beiden Outputs des mittlerweile gänzlich zum Disney-Konzern gehörenden Studios, Cars 2 und Merida, konnten die Kritiker zwar nicht mehr ganz so hinreißen wie etwa Oben, der 2009 die Filmfestspiele von Cannes eröffnete. Die ausgefeilten Welten, die Pixar immer noch regelmäßig erschafft, begeistern aber nach wie vor.

Um diese Welten, und vor allem: um ihre analoge Ursprünge, dreht sich alles in der seit Juli in der Bonner Bundeskunsthalle gastierenden Ausstellung “Pixar: 25 Years of Animation”. Das Grußwort von Pixar-Boss John Lasseter erklärt gleich zu Anfang: Hier sollen die handgemachten künstlerischen Arbeiten und Prozesse sichtbar gemacht werden, die den vom Computer gerenderten Schauspielen vorausgehen, für die Pixar so berühmt ist.

Weiterlesn in epd Film 9/2012

Review: The Avengers – The astounding culmination of an extraordinary venture

Walt Disney Pictures

(This is a sort of summary of all the thoughts I’ve had about the Avengers movie in the last year or so, some of which I’ve already blogged about. The actual review starts about halfway through the post.)

Universal Studios’ Missed Opportunity

The year is 1940. Imagine you are J. Cheever Cowdin, President of Universal Studios, and you have an idea. Universal has built large parts of its reputation on a slate of genre movies based on gothic novel characters from the last century. “Hang on a minute”, you might say, “all the actors from these iconic roles are still alive, we have them under contract. Why don’t we assemble them in a large-scale gothic ensemble movie and let them have a big adventure together?”

Sadly, Cowdin didn’t have this idea at the time. The best classical Hollywood cinema could come up with, in terms of character crossovers, was Abbott and Costello Meet Frankenstein. It took the medium of comic books, both to realize a pan-gothic tale of high adventure (Alan Moore’s “The League of Extraordinary Gentlemen”) and to lay the tracks for what would become one of the most ambitious projects in recent film history: Marvel Studios’ The Avengers.

When it comes to high-end production values, TV has definitely caught up with movies in recent years. At the same time, though, movies have taken a step towards TV’s more ambitious modes of storytelling. Film franchises, nowadays, are no longer content with telling a single story over a single film. Instead, they lean more and more towards building a cinematic universe that can be filled with stories from several films communicating with each other, as well as other media like games and novels that can run alongside.

Supergroup Mechanics

One of the driving forces behind this development was, once again, comics, and the movies based on their characters, which hit their third big stride (after the Superman films of the 80s and the Batman flicks of the 90s) with the Spider-Man films in the early noughties. Comics had proven over several decades that the characters called into action every week in the serial medium could meet, fight each other and help each other out, sometimes in small ways, sometimes in gigantic climactic battles. These characters were owned by the same company, ergo: they inhabited a universe generally governed by the same rules. A crossover would draw together fans from each of the series, in the same way a musical supergroup can bet on devotees from each of their members’ regular bands showing up at a concert – and later on checking out those other regular bands as well. You don’t need Professor Xavier to see how this concept, in reasonable doses of course, lends itself if not to artistic success then at least to financial gain.

When “The Avengers” first assembled in 1963, they weren’t the first superhero supergroup. Rival comic book company DC’s “Justice League of America” had already crossed over Batman, Superman and other characters several years before. I have read only a few of the “Avengers” comics, but let’s just say that, like many of Marvel’s characters, the team members were mired in all-too-human and superhuman problems, and the actual “Avengers” troupe saw more lineup changes in its fifty years of existence than a badly organized rock festival. Members married, fought, went to war, made up, quarreled and fell in love more often than you want to know. However, they were all still part of one giant narrative called “The Avengers” and overseen by Marvel Comics. (For a brilliant (albeit German) assessment of superhero team dynamics, I recommend Sabine Horst’s article in the upcoming issue of epd film, which she kindly let me read in advance).

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Hinged on a Promise

Movies of course, are a different breed from comics. Making them costs a lot more and they are dependent not only on the imagination of artists and writers but also on the schedules and egos of actors and directors. And it’s very rare to make a movie that starts to tell a story and then hope that the audience comes back next week to buy the next issue (even though Peter Jackson is doing it again at the moment).

Enter Kevin Feige, President of Production of Marvel Studios, who – at least in the media version of reality – is the mastermind behind the astounding feat that is The Avengers. When Feige took over the reins in 2007, the studio had already prepared the road for him. They had their $500 Million deal with Merrill Lynch set up and they had just bought back the rights for Hulk and Thor.

But it took Feige’s post-credit stinger in Iron Man in 2008, in which Samuel L. Jackson (who signed an unusual nine-movie-deal with the studio) first mentioned the “Avengers Initative” to Robert Downey Jr.’s Tony Stark, for the transformation of comic book mechanics to big budget filmmaking to suddenly seem palpable. Everything that happened since then was no more than a gigantic buildup of expectations towards The Avengers.

Introducing characters in Iron Man 2 that were rather unnecessary to the film’s central narrative; releasing Thor and Captain America only several months apart; actually making Captain America (a film about a character which should have worried at least some executives about its limited potential in overseas markets); ending Captain America with the hero’s love interest lost and many questions unanswered; all these hinged on the promise of an as-yet-unmade movie to be directed by geek god Joss Whedon, which would be released in Spring 2012. One thing was sure: Even if The Avengers sucked, you would at least have to admire the effort.

When Fury Calls

Fortunately, it doesn’t suck. What could have turned into a huge clusterfrog of incompatible story lines, star personas battling for screen time and superhero technobabble, instead was gracefully crafted into one of the most enjoyable, clever, action packed pieces of big budget genre filmmaking in recent years. And at its centre rests, amazingly enough, a remarkable ensemble performance by mostly marquee-worthy actors not seen in this field since The Lord of the Rings.

To see the ensemble in action, however, you first have to put it together. The Avengers takes its time doing so, first introducing its main villain Loki and his attack on the headquarters of SHIELD, where he steals the energy-laden cube called the tesseract introduced in Captain America, turns several of SHIELD’s employees into his minions and plans to unleash an alien army to conquer Earth for him. SHIELD, with Samuel L. Jackson’s Nick Fury at the helm, is the smartly-constructed glue that holds the story together. It’s the Avengers‘ MI5, which monitors the superhero universe and calls upon its inhabitants as needed.

This time, Fury decides, the situation is so severe that it justifies a tryout of his masterplan – the superhero supergroup, which so far he has only discussed with the most visible of the future Avengers’ team members, Tony Stark aka Iron Man. So it’s Fury who sends word to Stark and the recently thawed Steve “Captain America” Rogers, and who sends Scarlett Johannsson’s Black Widow to charm Bruce Banner into returning from India – strictly for non-Hulk purposes of course. Thor finds his brother’s mischief on his own.

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Group Therapy

It will take another hour and a half until Earth’s Mightiest Heroes actually get to fight against Loki in the streets of New York. Until then, the team has to discuss among themselves, ulterior motives have to be revealed, a first test of their collaborative spirit has to pretty much go haywire. Someone, in true Joss Whedon fashion, even has to die. Most of the action takes place on SHIELD’s mobile headquarters, an airborne aircraft carrier outfitted with a command centre that would make the USS Enterprise hide in shame. While the action setpieces that dot the first two acts of the movie are well thought out and keep the suspense alive, they are really just an accompaniment to a number of well-choreographed dialogue scenes between the groups’ members.

Lover’s of bare-bones-narratives might find these first two acts of The Avengers a bit lacking in momentum, but I think Whedon plays his cards exactly right. As a viewer, you need this array of quieter moments for the individual characters and their relationships with each other, to get a sense later on that there really is something at stake in this story, both with respect to external threats and internal morale. There is a scene in which Stark, who is obviously fascinated with the possibility of unleashing the Hulk, and Banner discuss their situation as one scientist to another, except that one of them is a loudmouthed playboy and the other one a soft spoken lost soul with what is repeatedly called “anger management issues” in the film. Another moment pits Thor (“You are all so puny!”) against Captain America’s superhuman righteousness, which simply knocks the arrogant norse god out cold. The situation is a little less clear with both Hawkeye and Black Widow, who are given back stories but cannot help but remain fighting ciphers, even referred to by Tony Stark at one point simply as “a couple of master assassins”.

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Despite this maybe somewhat wordy first part of the film, however, the story is still rather lean. Whedon never goes for cheap inside jokes unless they serve to push the narrative forward in some meaningful way. When the group finally stands in a circle in full costume, collects their orders from Cap and then sets out to put Loki’s cats back into their intergalactic bag, the audience has a clear feeling for each character’s motivation and roots for every single one of them. Loki as a villain, of course, makes for a great mirror image of the superhero team, borrowing some traits from each of them – from Thor’s arrogance and Stark’s cunning to Hulk’s uncontrollable wrath. That he still has to be a typical comic book villain with no real motive except a hunger for power stemming from a bad childhood, is a conceit that comes with the genre.

Who is the love interest?

In short: I really liked The Avengers. It’s a spectacular thrill ride for everyone who spent the last couple of years yearning for this moment and should be an entertaining ensemble action flick for everyone else, with a cast of colourful characters to match forebears like The Great Escape and The Magnificent Seven. It delivers on all promises made, it’s tightly written and cool enough to look at, featuring a star-studded cast in which the performances of Samuel L. Jackson and especially Mark Ruffalo probably stand out as most memorable. Ruffalo as Banner, the only member of the team who doesn’t wear his superhero guise on his sleeves, gives the film an emotional centre otherwise often occupied by the female love interest.

One last thing though. The Avengers is exhausting and after all that climax it makes you wonder what will happen next. Kevin Feige has already commented on how he plans to avoid sequel-itis in the following years. We shall see if he manages to pull it off a second time. I wouldn’t want to bet against it.

John Carter and Company: Hype, Expectation, Forgiveness

Disney

Andrew Stanton’s latest film John Carter is the talk of the town. It cost somewhere between $250 and $300 Million and it didn’t actually make that much money on the opening weekend – at least in the U.S. There is hope that it might become a slow grower and eventually make back its budget, but in the industry’s eye, it can be considered a flop. Many critics also didn’t like it. They felt it was all over the place storywise, campy and simply not interesting enough.

It’s a misjudgment, however, to think that nobody liked John Carter. For one, I liked it, even though my best friend didn’t. I sided with Matt Zoller Seitz and the other half of the critics (on Rotten Tomatoes) who forgave the film its faults and its crappy marketing and simply let themselves be entertained.

The film’s opening weekend controversy, to use a big word, got me thinking. Thinking that maybe forgiveness is the only way to deal with films like John Carter, that it should be the sentiment with which we enter the theatre and which we should dial up when we review the films in our heads later on. Why? Because a film of the John Carter kind will never ever please us, if we’re not prepared to forgive.

First of all, what do I mean by “the John Carter kind”? I’m talking about films that come with attached baggage from three sources: 1. expectations from those that know and love the source material; 2. expectations toward a director with a certain credibility or track record; and 3. hype generated by the singularity and finality of the event, supported by marketing.

The three criteria are certainly true of John Carter. Many people love the source material, they have read the books as teenagers (I haven’t). Andrew Stanton is a respected director, who created Finding Nemo and Wall-E, among the more unconventional Pixar-Films (and two of its Oscar winners). And the long list of trials of bringing John Carter to the screen for twenty and more years certainly also made the fact that it finally happened very momentous.

So with all that expectation (and the amounts of money mentioned in connection with the movie), could John Carter do anything else than fail? Yes. It could have been a Lord of the Rings, a Dark Knight or an Avatar, tentpole films of the last ten years that somehow managed to meet the expectations set in them, were lauded by critics and audiences alike – despite obvious weaknesses.

But what if we forget about the expectation and the money for a moment? What if we forgive Andrew Stanton his major error of trying to tackle a property that is clearly something that you might enjoy as a child but raise your eyebrows at, when you’re an adult. In all seriousness: John Carter is not a bad movie by a long stretch. It’s heaps of illogical fun with charismatic leads. It builds a rich world that for all its preposterousness feels somehow believable. And it sustains several mysteries for much of its running time. People were willing to forgive Avatar its cheesy exoticism and enviromentalism (and possible racism). They were willing to forgive The Return of the King its many endings and endless battle scenes. I am willing to forgive John Carter its convoluted story and superficial worldview – and just enjoy the movie.

And I hope that forgiveness will be on my mind, when The Avengers roll around soon.

Converting Hand-drawn 2D Animation to 3D is a Bad Idea

There is exactly one shot in the 3D special edition release of Disney’s The Lion King that looks absolutely amazeballs in 3D. Scar has just left Simba sitting alone on a rock in the gorge. The young lion is unaware that, on a plateau above the gorge, a grazing herd of wildebeests is about to be unleashed by the three hyenas. The filmmakers connect these two images in one crane-up, from a top shot of the rock and tree, where Simba is sitting, up the walls of the gorge, into a wide shot of the plateau (you can see the shot I mean here). In 3D, the sense of scale and menace that is built up in this reveal, is fifty times more effective and gave me hope for the future of the technology. Everything else, though, looked wrong.

The Lion King is one of the formative films of my childhood. I saw it twice at the theatre when I was twelve and when we got the VHS, I recorded the sound track onto an audio cassette and then transcribed all of the dialogue into a sort of script. I learned a lot of English this way (I was living in Holland at the time so the film was English with Dutch subtitles) and it led to me knowing the complete dialogue of the film by heart – I still sometimes annoy amuse friends by reciting scenes when I’m drunk, but that’s beside the point.

The film also represents the pinnacle of what could be achieved with hand drawn 2D animation one year before Toy Story knocked over the whole industry. In Disney Animation’s Silver Age that started in 1986 with The Little Mermaid, The Lion King was the crowning jewel. By returning to one of the studio’s greatest strengths, anthropomorphic animals, in an original story, it surpassed – in my opinion and certainly in box office figures – even the achievements of Beauty and the Beast. The universal quality and appeal of The Lion King was never equalled again. Pocahontas, The Hunchback of Notre Dame or Mulan simply can’t live up to it (not even Treasure Planet, which I am personally quite fond of). The Lion King is the best of both worlds. It uses the CAPS coloring system, it has some scenes which were supported by Pixar computations (e.g. the above-mentioned stampede scene) and CG-effects, but at its core it relies on a compelling story and strong characters animated by hand.


“Look, Simba, everything that the light touches is our kingdom.”

In 3D, thank goodness, The Lion King loses none of its grandeur. I was blown away by the sheer amazement of seeing this beloved film again on a big screen and by the fact that it still holds up (except for the hereditary power/destiny principles it perpetuates by which my leftist dispositions were slightly irked). Some of the savannah vistas also gain some impressive depth that widens the general scope of the film.

But, man, did the actual animation look crummy when it was 3D-ized. The inklines became blurry and jumpy, facial features that are slightly abstracted in the artwork – like whiskers – seemed to stick out all over the place. The actual animation suddenly became visible in a way that I just didn’t want to see. I wanted to immerse myself in the narrative, not notice every little trick animators use to draw their subjects.

I was willing to let The Lion King change my prejudices, but now my personal verdict is clear: Converting hand-drawn animation to 3D, regardless of how much computers were used in their original background composition etc., is a bad idea from an artistic point of view. So I am wary of Disney’s plans to convert more films to 3D. Although I might give Finding Nemo a shot. It’s not hand-drawn, after all.

Fuck you, movie studios, for your DVD release politics!

I saw 127 Hours on the big screen when it came to German cinemas in February this year. I enjoyed it a lot. So much so, that I basically came out of the theatre and said to myself: “I’m going to get the DVD as soon as it’s out.” Not only did I want to see it again and show it to friends, I’m also a big fan of director Danny Boyle and like his insightful audio commentaries and interviews in the DVD extras of the movies he made so far.

When I wanted to pick up the film this summer, first on my visit to the States and then later here in Germany, I found out that the DVD strangely doesn’t have any bonus material at all. I kept looking around for a Special Edition, more than willing to pay the extra money for what I would get, but there was none. There was only a BluRay, which contained all the stuff I wanted: the alternate ending I had Simon Beaufoy talk about in a podcast, an audio commentary and background material on the story that inspired the film. The BluRay version is the only release of 127 Hours that contains this material.

I noticed about a year ago that Disney started going down the same route. When Fantasia came out, I went and bought the “Special Edition” on the day of release. I couldn’t wait to see one of my favourite animation classics again. The disc did have some extras, so I was content. It was only later that I found out that the BluRay edition featured an additional audio commentary and a feature about the “Schultheis Notebook” in the Disney Family Museum. So the “Special Edition” wasn’t special at all. It was a stripped down version of the release.* As time went on I noted that every new Disney release went this way: a BluRay with lots of features and a half-cooked DVD. If you know of any more releases that do the same, please point them out in the comments.

I don’t own a BluRay player for two reasons: I really don’t think HD is all it’s made out to be and I don’t have the TV to enjoy it. Even though I like to read and write about the technical side of movies, in the end, it’s the movies themselves that are important, not the immaculateness of image and sound. That is not the case when I see a movie in cinemas – where I expect the best possible projection and sound system for the money I paid – but to see it on a disc at home, I am okay with a clear and clean image. It doesn’t have to be clearer and cleaner than when it was shot.

But my viewing preferences are beside the point here. The point is that the whole reason that there is a home video market at all is because home video adds value to just re-releasing a movie at the cinema every few years (like Disney did and still does sometimes). That value originally was that it gives you free choice, when and how often you want to watch the movie again, and that it’s a lot cheaper as well. When Laser Discs and DVDs came along, the studios added more value on top of that and sprinkled extras onto the discs – we here in Germany could also finally watch the film in its original version.

The value that BluRay was supposed to add was a more pristine HD picture and sound. For lots of customers, apparently, that added value didn’t really explain why they should spend more money on movie discs and a new playing device, even if they already had an HDTV. Even now, where BluRays cost almost as much as DVDs when it comes to new releases, people don’t automatically reach for BluRay. And why should they? Most non-movie-buffs I know don’t even care if the image on their TV at home is in the right aspect ratio. Why should they care about the HD-ness of a BluRay in comparison to a DVD?

So what do corporations do whenever the quality of their new product does not improve enough on the old one and people just keep using the senior model? They discontinue it so people are eventually forced to buy the new one. That’s standard business practice. I was expecting the DVD to be taken out of circulation eventually (and I have that big TV and BluRay player lined up for purchase as soon as I want to afford it). What I hate, though, is this mishmash in between – when everything is still released on DVD, even on “Special Editions”, but it suddenly is so much worse than the new kid in town, because the manufacturer wilfully made it so. That’s just annoying. So, Fuck you!, movie studios, for taking it out on the movie lovers. Fuck you very much.

* The release in general could have done with some more bonus stuff, but that’s another story.

Medienfundstück “Donald” – Eine Männerzeitschrift mit Comics

(Update: Die Zeit kann einen manchmal auf merkwürdige Weise einholen. Als ich dieses Magazin vor sechs Wochen in den Niederlanden entdeckte, kannte es die deutsche Öffentlichkeit zum großen Teil noch nicht. Ein Freund wies mich nach diesem Blogpost darauf hin, dass eine erste Ausgabe inzwischen in Deutschland erschienen ist. So zeigt sich, was es bedeuten kann, mit dem Bloggen zu lange zu warten. Insofern ist die Frage am Ende dieses Postings nicht hinfällig, sondern zutiefst aktuell geworden.)

Wenn ich im Ausland bin, verbringe ich gerne ein wenig Zeit damit, die örtlichen Zeitschriftenregale durchzuschauen und zu entdecken, welche ungewöhnlichen Zeitschriften andere Länder eventuell zu bieten haben. Und tatsächlich: manchmal ist ein echtes Fundstück dabei, zum Beispiel die Zeitschrift “Donald” aus den Niederlanden.

Hier ein Bild davon, wie skeptisch ich zunächst war, als ich zum ersten Mal dieses “Männermagazin für große Jungs” (Untertitel) in die Hand nahm.

skeptischer Blick

Denn “Donald” ist tatsächlich eine sehr merkwürdige Mischung – ein Spinoff von “Donald Duck”, dem holländischen Äquivalent des deutschen “Micky Maus Magazins”. Es verbindet die üblichen Disney-Comicgeschichten, die ja in Europa einen wesentlich höheren Beliebtheitsgrad haben als in ihrem “Geburtsland” USA, mit den Themen einer zahmen Männerzeitschrift: Frauen (ohne Erotik), Gadgets, Mode, Interviews, Fotostrecken.

Da Comics (“Strips”) in den Benelux-Ländern immer schon auch bei Erwachsenen beliebt waren und “Donald Duck” in den Niederlanden einen Kultstatus sondergleichen besitzt, scheint die Kombination aufzugehen. Das Hochglanzheft erscheint viermal jährlich, jedes Mal mit einem anderen Leitthema, um das sich alle Artikel drehen. Das aktuelle Heft hatte “Holland” zum Thema und untersuchte nationale Identität und niederländische Erfolgsgeschichten – und das ziemlich gründlich und unterhaltsam. Der Schreibstil ist relativ salopp und das Budget des Hefts scheint nicht gigantisch zu sein, aber das Ergebnis macht Spaß – auch wenn es etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass jede Geschichte an irgendeiner Stelle einen kleinen Donald-Dreh bekommt. So führt etwa “Donald” einige Interviews und alle Prominenten werden nach ihrer Donald-Historie gefragt.

Wer die Zielgruppe wirklich ist, ist mir nicht ganz klar geworden. Vorstellen könnte ich mir, dass sowohl “kindgebliebene” Erwachsene mit einem Hang zu Disney (ähem, wie ich) als auch Teenager, denen das reine Comicheft “Donald Duck” nicht mehr cool genug ist, das Blatt kaufen. Vermutlich ist die letztere Gruppe größer, was auch den etwas flapsigen Stil und den Untertitel des Hefts (“für große Jungs”) erklären dürfte. Die Selbstbeschreibung auf der Website, “Donald ist ein Hochglanzmagazin für Männer, randvoll mit Comics, Interviews und Reportagen” spricht hingegen deutlicher die erste Gruppe an.

Heft

In jedem Fall ist die Gesamtqualität des Heftes deutlich höher und eleganter als beispielsweise die des 1998 eingestellten deutschen “große Jungs”-Comicmagazins Limit, das ich damals eine Weile gelesen habe.

Was meinen die Leser dieses Blogposts? Würde ein Konzept wie “Donald” auch in Deutschland funktionieren?