Höreindrücke: Bibis Palace, Bin ich jetzt das Problem?, The Rise and Fall of Indie Sleaze, Hauseins von der So Many Voices

Bibis Palace – Freundschaft für Likes (ARD)

Wie ich schon in der jüngsten Folge von LÄUFT kundgetan habe, war ich hier vor allem von der verschenkten Chance enttäuscht, eine Story zu reporten, die über das reine Nacherzählen der Ereignisse mit ein wenig Erklärung drumherum hinausgeht. Ich habe am Ende weder auf Bibi, noch auf ihre Fans, noch auf das YouTube-Ökosystem einen neuen Blick gewonnen. Dass die ARD sich indirekt (auch wenn der Podcast kritisch genug ist) vor den Karren von Heinickes Buch-Promotion-Tour hat spannen lassen, säuert den Geschmack zusätzlich an.

Bin ich jetzt das Problem? (Audible)

Die Kombi “bekannte Autorin und ihre Psychotherapeutin geben Lebenshilfe” klingt, als hätte man sie schon dutzendfach gehört, ist aber tatsächlich neu. Eine Mischung aus Confessional und kleinen praktischen Tipps, die sich erstaunlich entspannt weghört und die Gesprächsreihe durch Regie und Skript zu einem ziemlich kohärenten Ganzen formt, fast schon eine Art dialogisches Memoir-Hörbuch. Der Erkenntnisgewinn ist freilich trotzdem eher gering, denn leider gibt es weder juicy Details aus der Filmbranche noch Psychotipps, die über das hinausgehen, was man in jeder Zeitschrift lesen kann.

The Rise and Fall of Indie Sleaze (BBC)

Vielen Dank an Anna von “Oh My Pod” für diesen Tipp. Ich habe es sehr genossen, in meine Studienzeit zurückzukehren und in acht kurzen Folgen das letzte Aufbäumen des Rock’n’Roll vor 20 Jahren noch einmal zu erleben. Der besondere Hook besteht darin, dass Host Kate Nash immer wieder Gelegenheit bekommt, sich selbst und ihr Erleben in die Geschichte mit einzuschreiben und dadurch den männerdominierten historischen Blickwinkel leicht zu verschieben. Ungewöhnlich gut fand ich auch die reichhaltige Nutzung von Archivmaterial.

Mitschnitte von der So Many Voices (Hauseins)

Weniger ein Höreindruck als eine Empfehlung: Wer (wie ich) die So Many Voices Konferenz in München letzten Herbst verpasst hat, der findet jetzt im Feed des Hauseins-Hauspodcasts die Mitschnitte vieler Panels. Ich habe die ehrlichen Einblicke in die Arbeit von Aylin Dogan (Döner Papers) und das Gespräch über Storytelling und Recherche zwischen Pia Stendera, Azadê Peşmen und Sophia Wetzke besonders geschätzt. 

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