Film Blog Adventskalender – 21 – Sascha von “PewPewPew”

An JJ Abrams – lasst mich ausreden! – scheiden sich ja die Geister. Für die einen ist er der crossmediale Geekmessias-Workaholic des Blockbusterkinos, der endlich die Prequelwunden heilen und für das Gleichgewicht in der Macht sorgen wird. Für die anderen ein Spielbergtreuer Mainstreamboyscout, der mit Lens Flares Star Trek zerstörte. Aber Angehörige beider Lager sind sich sicher: Der Mann versteht was von Mystery. Die einen lieben dies und lassen sich verzaubern. Die anderen sind genervt und führen stichelnd seinen legendären TED Talk über seine Faszination für die Mystery Box seines Großvaters in Argumenten an. Für die Abrams-Jünger empfehle ich dieses Jahr zu Weihnachten JJs erstes Buch, das er zusammen mit Autor Doug Dorst geschrieben hat. Wer auch nur irgendwie entfernt etwas an Mystery à la Abrams hat, wird “S.” lieben. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber alleine die Aufmachung und der wunderschön aufbereitete Inhalt sowie die Beilagen sind eine Mystery Box für sich, die jeder Lost-Fan im Regal stehen haben sollte.

Sascha Brittner kann sein Blog PewPewPew selbst schwer zusammenfassen, denn auch für ihn ist es eine tägliche Mystery Box, in der er alles mögliche von Film über Fernsehen und Games bis hin zu Pizza und Katzenvideos sammelt.

(Sascha Brittner)

Film Blog Adventskalender – 14 – Christian Fahrenbach

Keine Filmtipps und DVD-Boxen von mir, dafür aber zwei Tipps für Bücher, die ein Film werden und dringend einer sein sollten. Das eine liefert über einen grandiosen Kniff eine witzige, mitreißende und rührende Beschreibung der USA als verunsichertem Patriotismus-Hort zwischen zwei Kriegen, das andere bietet grandiose Gedanken über den Wunsch der Um-die-Dreißiger, auf alles im Leben sofort die passend-lakonisch-sympathisch-gebildete Instant-Reaktion bereit zu halten.

In “Die irre Heldentour des Billy Lynn” schickt Ben Fountain den Kriegsveteran Billy als mutmaßlichen Helden auf Militär-PR-Tour durch die Football-Stadien der USA mit einem Auftritt beim Superbowl als Höhepunkt. Das Buch war in den USA gefühlte 1000 Wochen in der Bestsellerliste der New York Times aber tut sich in Deutschland etwas schwer. Zu Unrecht, denn auch hiesige Leser könnten durch die saugeschickt gewählte Erzählperspektive einen sehr intelligenten Zugang in die us-amerikanische Volksseele erleben, fernab von Hurra-Patriotismus und dumpf-deutschem Anti-Amerikanismus liefert Personal und Story eine feine Balance zwischen Humor und Tiefgang. Mehr zum Buch gibt’s bei NPR. Kauf und lest, bevor “Slumdog”-Macher Simon Beaufoy 2014 einen Film daraus macht.

Tipp 2, “Schimmernder Dunst über CobyCounty“, spielt im gelangweilten Endzwanziger-Kunst-Literatur-Milieu eines fiktiven Küstenstädtchens. Es passiert nicht wahnsinnig viel, aber die Sprache von Autor Leif Randt ist so großartig, dass sie auch bei Viellesern ein frisches Gefühl auslöst. Liebe mitlesenden Mover & Shaker aus dem Movie-Biz: Ich hätte das gerne von dem Finsterworld-Team und mit Robert Gwisdek in einer der Hauptrollen, aber ohne Tom Schilling als Protagonisten (obwohl der natürlich sonst stets super ist). “CobyCounty” gibt es in einer sehr passenden und schönen Hardcover-Ausgabe und als okay gestaltetes Taschenbuch. Knausert nicht, kauft das Hardcover, es ist Weihnachten!

Warum Ihr meinem anmaßenden Urteil vertrauen solltet? Ich schmeiße mal großes Buchinteresse in den Raum, kombiniert mit gelegentlichen Kritik-Schreiberein für die dpa. (Speichern unter: “Ich bin nur ein Junge, der vor dem Internet steht und es darum bittet, ihn zu lieben.”)

Film Blog Adventskalender – 6 – Gerold von “DigitaleLeinwand”

Gerold Marks schreibt seit 2009 auf DigitaleLeinwand.de über digitales Kino mit den Schwerpunkten 3D, Immersion und Filmmarketing. Als Weihnachtsgeschenke-Tipp empfiehlt er dem Filmfan ausnahmsweise ganz analoge Textilprodukte:

Wie unterscheidet man den Filmfreund vom Filmkenner? Der eine zuckt bei den Begriffen Nostromo, The Slaughteres Lamb, Kobayashi oder Quint’s Shark Fishing mit den Schultern, der andere mit den Mundwinkeln. “Last Exit to Nowhere” bietet mit seiner T-Shirt-Kollektion subtile Erkennungszeichen für wahre Filmgeeks. Als Motiv werden nicht die Filmplakate, sondern charakteristische Logos und Signets aus bekannten bis kultigen Filmen auf die Shirts gedruckt. Ihr habt die oben genannten Beispiele alle erkannt, es handelt sich natürlich um Referenzen aus Alien, An American Werewolf in London, The Usual Suspects und Jaws.

So gekleidet macht man auch auf Junkets oder bei Filmquizzes eine gute Figur. Neben T-Shirts sind auch Tops, Hoodies, Caps und ein paar Poster im Angebot (und das nerdige T-Shirt mit den Roboterfiguren aus Film und Fernsehen von 1927 bis 2012). Letzter garantierter Bestelltag für eine pünktliche Weihnachtslieferung ist Freitag, der 13. Dezember. In diesem Fall ein Glückstag für Filmfans.

© Screenshot Last Exit To Nowhere· Alle Rechte vorbehalten.

(Gerold Marks)

Quotes of Quotes (XVII)

When being bullied Keisha Blake found it useful to remember that if you read the relevant literature or watched the pertinent movies you soon found that being bullied was practically a sign of a superior personality, and the greater the intensity of the bullying the more likely it was to be avenged at the other end of life (…), and that this remained true even if the people in the literature and the movies looked nothing like you, came from a different socio-economic and historical universe, and – had they ever met you – would very likely have enslaved you or, at best, bullied you to precisely the same extent (…).
– Zadie Smith, NW

Ich habe bereits 56 Prozent von Zadie Smiths neuestem Roman NW gelesen, und obwohl ich diese erste Hälfte bisher nicht so prägnant finde wie ihre großen Romane White Teeth und On Beauty, die mich durch die Uni begleitet haben, findet sich in der Mitte des Buchs eine von einem besserwisserischen Erzähler wunderbar beobachtete Sektion über die Entwicklung einer Freundschaft vom Kindes- ins Erwachsenenalter, die genau das widerspiegelt, was ich an Smiths Büchern bewundere.

Geschaffen von den Underdogs, die ihr Underdog-Dasein überwunden haben, erzählen Filme, Bücher, Erzählungen von Underdogs, die ihr Underdog-Dasein überwinden, die gar dazu prädestiniert sind, ihr Underdog-Dasein zu überwinden. In jedem Mobbing-Opfer steckt ein Mensch, der zu großem berufen ist. In jedem stillen Außenseiter, steckt ein missverstandener Poet. Und wir identifizieren uns mit ihren Geschichten, egal wie wenig unsere Geschichten den ihren gleichen, und können gar nicht anders als unser Schicksal an ihres anzulehnen.

Werden wir angelogen? Oder inspiriert? Imitiert das Leben die Kunst? Oder verklärt die Kunst das Leben? Gibt es Statistiken, an denen man ablesen kann, wie viele unpopuläre Schulkinder später zu populären Inspiratoren werden? Wie viele zu neurotischen Wracks? Und sollten wir deswegen aufhören, solche Geschichten zu erzählen, oder erst recht damit anfangen?

The Rising

Steppefilm/Milagro

Zu den beliebtesten Klageliedern der deutschen Filmlandschaft gehört der alte Chanson “In Deutschland werden keine Genrefilme gemacht”. Das ist nicht hundertprozentig wahr, allerdings stimmt es, dass selbst unter den jungen Kurzfilmen die Anzahl der “Write what you know”-Familien- und Liebesgeschichten (meist dramatischer Natur) immer noch ziemlich hoch ist. Wird doch mal ein Genrefilm gemacht, bedeutet das meistens nur eins: Zombies (echt jetzt, das geht an alle: ist mal gut mit Zombies so langsam?).

Wie schön, dass einem immer mal wieder doch Alternativangebote gemacht werden. Ich mochte Tim Fehlbaums postapokalyptischen Film Hell, allein schon für die Chuzpe, mal etwas Neues zu probieren. In eine ähnliche Kerbe schlägt der Berliner Kurzfilm The Rising von Sebastian Mattukat, der 2012 mit Crowdfunding-Hilfe fertiggestellt wurde und seitdem schon auf mehreren Festivals, unter anderem in Köln, Los Angeles und Málaga gelaufen ist.

In der Zukunft von The Rising ist die Menschheit vor ihrer durch Umweltgifte verseuchten Welt in den Untergrund geflüchtet und hat ein diktatorisches Krisenregime aufgesetzt. Nur einzelne Personen werden ans Tageslicht gelassen, um dort Messwerte einzuholen. Diese haben jedoch die Anweisung, auf keinen Fall, von ihren vorgeschriebenen Routen abzuweichen. Als es einer doch tut, beginnt die Handlung des Films.

The Rising besticht durch drei Faktoren. Erstens, das mit den HD-Bildern der eingesetzten Red-Kamera perfekt in Szene gesetzte, karge Setting (keine Überraschung: Die deutsche Postapokalypse spielt in Brandenburg). Zweitens, die gelungene Inszenierung ohne Dialoge, was den Film zu internationalem Appeal verhelfen sollte. Und Drittens, ein paar clevere und subtile VFX, die The Rising den letzten Schliff geben.

Nun kehrt The Rising in seine Geburtsstadt Berlin zurück. Der Film ist am 16. Februar auf dem Berlin Independent Film Festival zu sehen. Einen ersten Eindruck vom Film und einen Trailer finden Interessierte auf der offiziellen Webseite des Films.

Offenlegung: Ich bin mit Produzent und Regisseur von The Rising freundschaftlich verbunden und habe einen kleinen Crowdfunding-Beitrag zum Film geleistet.

Die Niederlande verzögern Harry-Potter-Podcast-Fortsetzung

Schon seit ungefähr einer Woche war mir klar, dass ich es nicht mehr rechtzeitig schaffe, alle sieben bisherigen “Harry Potter”-Filme vor dem Start des achten und letzten zu besprechen. Heute hat sich auch ergeben, dass der vierte Podcast nicht mehr dieses Wochenende fertig wird.

In der kommenden Woche mache ich Urlaub – in Amsterdam. Die Woche drauf gibt es dann die zwei nächsten Podcasts, mit Simon Born von Negativ und mit Thomas Kieckbusch.

Auch Film 7.1 ist schon vergeben – aber findet sich noch eine Freiwillige oder ein Freiwilliger für “Harry Potter und der Halbblut-Prinz”?

RePotter: Collaborative Blog and Podcast Project about the Harry Potter films

I bought the box and I want to re-watch the Harry Potter movies and discuss them here before the last one is out – working title: “RePotter”. The form of discussion is not determined yet. I’m up for recorded phone or skype conversations, live conversations, Instant Messaging sessions, written reviews or anything else you can imagine. Who will join me? You don’t have to commit for all the films, a single one will do.

Reply in the comments or e-mail me at kontakt@alexandergajic.de.

Stuff I learned this week – #11/11