MCU: Markus & McFeely über Arbeitsweisen, Quesada über die Netflix-Shows

Oh boy, oh boy! Spätestens seitdem der Plot von Captain America: The Winter Soldier Elemente enthielt, die sich auf das ganze Marvel Cinematic Universe (und insbesondere die Agents of S.H.I.E.L.D.-Fernsehserie) durchschlägt und -schlagen wird, fangen auch andere Menschen, die sich nicht schon seit vier Jahren mit dem Thema beschäftigen, an, Fragen zu stellen.

Zum Beispiel Ben Blacker, der in seinem Nerdist Writers Panel letzte Woche die Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely zu Gast hatte. Marcus und McFeely gehören mit Kevin Feige und Joss Whedon sicherlich zu den wichtigsten Architekten des MCU. Sie haben die Drehbücher zu Captain America und Winter Soldier geschrieben und waren an beiden Thor-Drehbüchern beteiligt. Entsprechend konnten sie im Podcast einiges von Interesse darüber sagen, wie die Arbeit am MCU vor sich geht.

Etwa über die Arbeit an Captain America: The First Avenger im Gefüge des MCU:

What was nice is that, by nature of being period, we came before everybody else, whether or not we were coming out before everybody else. We didn’t have to accomodate anybody. We didn’t have to be: Oh, they’re doing that in Thor. We’re 50 years prior to that, who cares?

Über das Pflanzen von Samen für spätere Filme.

If I was writing a standalone movie, things would tie up neatly. You wouldn’t make reference to things that aren’t going to resonate anywhere else. You wouldn’t have Howard Stark if there wasn’t a Tony Stark in a whole different section of it. It’s this sort of opportunity to take things that you would have to do anyway for the movie, you would need a scientist, or a mentor … to kind of draw the threads that everything connects. For things like Winter Soldier, we knew it existed (…) so we did things to Bucky in the first movie …

Sie beschreiben außerdem, dass sie von den großen Planungen für das Universum wenig wissen und sich um ihren einzelnen Film kümmern und nur einzelne Vorgaben bekommen. Etwa, dass Kevin Feige sagt: “I think it’s okay to take down S.H.I.E.L.D.”

Über die Rolle des “Marvel Creative Committee”, in dem auch Joe Quesada sitzt, sagen sie unter anderem:

They get to weigh in and we (…) don’t talk to them particularly and (…) Kevin [Feige] will filter their notes down (…). In some ways, they are the keepers of the bottom line standards of the characters.

Der ganze Podcast ist äußerst hörenswert, weil die beiden auch sehr sympathisch sind. Es geht viel um Cap 2, aber zum Beispiel auch um die “Agent Carter”-Fernsehserie, die derzeit noch in der Entwicklung ist und für die das Team den Pilotfilm geschrieben hat.

Fat Men on Cap Men

Joe Quesada, der Chief Creative Officer von Marvel Comics hingegen, war in Kevin Smiths “Fat Man on Batman“-Podcast zu Gast. Der Podcast ist längst nicht so informativ wie der oben beschriebene – er besteht zu großen Teilen aus Kevin Smith, wie er Winter Soldier lobt – aber zwischendurch lässt Quesada ein paar dokumentierwürdige Sätze fallen.

Unter anderem beschreibt er, dass zum Start der S.H.I.E.L.D.-Fernsehserie logischerweise bereits feststand, dass die Organisation S.H.I.E.L.D. am Ende nicht mehr existieren würde. Die Schauspieler hingegen wurden im Dunkeln gelassen. Fies!

Schließlich geht es noch um die für 2015 geplanten Marvel-Serien für Netflix, “Luke Cage”, “Jessica Jones”, “Daredevil” und “Iron Fist” auf die dann ebenfalls eine Teamup-Serie, “Defenders” folgen soll. Die Seite “Comicbook.com” hat die interessantesten Zitate gut zusammengefasst.

Abgesehen davon, dass die Netflix-Serien ebenfalls Teil des MCU sein werden und es spannend zu sehen sein wird, ob auch hier Crossover-Potenzial zu den Filmen genutzt wird (Mein Tipp: Wahrscheinlich sehr sehr wenig), denke ich ist die interessanteste Entwicklung, über die man nachdenken muss, der Faktor der Synchronität. Wenn die Serien in Gänze erscheinen, aber miteinander korrespondieren und verbunden sind, fällt der zeitliche Faktor der Crossovers wie bei Comics oder linearen TV und Film-Releases weg.

Angenommen also, ein Ereignis tritt ein, das alle vier Serien beeinflusst. In welcher Reihenfolge gucke ich sie dann am besten? Erst Serie A komplett, dann Serie B, dann C, dann D? Oder jeweils eine Folge von A, B, C und D? Oder eine andere Reihenfolge, die jemand vorschlägt – ähnlich wie die Machete-Reihenfolge von Star Wars?

Es bleibt spannend im MCU.

Stuff I learned this week – #4/11

Fantastische Animations-Ensembles

Es gibt einen Trailer für Wes Andersons neuestes Projekt Fantastic Mr. Fox und er sieht toll aus. Wenn das Drehbuch des Films so gut ist wie sein Design und die Ausschnitte, die man im Trailer zu sehen bekommt, könnte es ein weiterer Home Run für gute Animationsfilme werden, wie wir sie immer häufiger sehen. Vorlage von Roald Dahl, ich glaube die Chancen stehen gut.

Schön an Fantastic Mr Fox ist allerdings auch, dass der Film auf den ersten Blick als Wes Anderson-Film zu erkennen ist. Nicht nur anhand der Farbpalette und den obligatorischen, symmetrischen Anderson-Signature Shots, sondern auch wegen seines Ensembles. Ich bin ja eigentlich bis heute kein Riesenfan davon, in Animationsfilmen jede Nebenrolle mit einem Star zu besetzen und die wahren Voice Artists damit in den Ruin zu treiben, aber bei Anderson scheint die Rechnung aufzugehen. Er macht einfach nur da weiter, wo er mit The Royal Tenenbaums, The Life Aquatic with Steve Zissou und zuletzt The Darjeeling Limited aufgehört hat und bringt alle seine Lieblinge unter: Owen Wilson, Jason Schwartzman und Bill Murray sind dabei, obwohl die Hauptrollen von George Clooney und Meryl Streep gesprochen werden. Da kommt das gleiche Familienfest-Gefühl auf, wie sonst bei Ensemble-Regisseuren.

Etwas Ähnliches hatte Tim Burton ja vor einigen Jahren mit Corpse Bride abgeliefert. Klar, das war auch ein Animationsfilm (im Geiste von The Nightmare before Christmas), aber Tim Burton zeigte sich auch hier nicht nur im Visuellen: Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Albert Finney, Christopher Lee, Danny Elfman, Deep Roy. Ein Stelldichein von Burtons Musen und üblichen Verdächtigen.

Da ist der Schritt im Kopf nicht weit dazu, darüber nachzudenken, dass andere Regisseure, die gerne mit den gleichen Leuten zusammenarbeiten, auch mal Animationsfilme machen könnten – bevorzugt auch mit Tieren. Ich wünsche mir die Coen-Brüder mit einer skurrilen Fabel über Tod, Leben und Schicksal. Vielleicht eine moderne Version der Vogelhochzeit, der Star (pun intended) George Clooney will die Amsel Frances McDormand heiraten, aber irgendwie geht alles schief. Unvergessen John Goodman als raunziger Uhu, John Tuturro als von Sperlingen aufgezogener Kuckuck, Steve Buscemi als verirrter Papagei und Billy Bob Thornton als militanter Weißkopfadler.

Von P. T. Anderson hingegen ein Film über eine in die Jahre gekommene Hippie-Kommune aus Los Angeles. Jeder hat dabei mit seinem eigenen privaten Schicksal und seinen vergessenen Idealen zu kämpfen, nicht nur der Bär Philipp Seymour Hoffmann und der Wolf John C. Reilly. Auch der neurotische Waschbär William H. Macy und der mexikanische Wüstenfuchs Luis Guzman wissen irgendwie nicht wohin mit ihrem Leben. Als sie sich entscheiden, in den Hollywood Hills ein Festival zu organisieren, der alten Tage wegen, tauchen plötzlich auch ihre alten Groupie-Freunde Fiona Apple und Aimee Mann (erstmals in Sprech- und Singrollen) wieder auf und alles nimmt ein tragisch-komisches Ende.

Von Richard Linklater und seinen texanischen Slacker-Rindern und Quentin Tarantinos Hot Dogs, die in den Siebzigern die Straßen des amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiets unsicher machen, sollen andere erzählen. Gar nicht schlecht stehen die Chancen vielleicht bei Kevin Smith – er hat Comics und Clerks: The Animated Series gemacht und schon diverse Male Charakteren seine Stimme geliehen. Da ist der versaute-aber-gefühlvolle Film mit Ben Affleck, Matt Damon, Jason Lee und Jason Mewes als Katzen-Quartett Looking For Pussy vielleicht gar nicht so weit weg…