Podgast (XI) – Bei Longtake zu Captain America: Civil War

Longtake“, der Podcast von Johannes, Lucas Barwenczik und Lukas Marquardt ist recht schnell mein Lieblingsfilmpodcast aus dem deutschsprachigen Raum geworden. Mir gefällt die Gesprächsdynamik zwischen den drei Sprechern, die durchaus etwas an die des lange von mir geschätzten “/Filmcast” erinnert; ich mag auch die Tatsache, dass der Podcast vergleichsweise dicht ist, mit geschriebenen Anmoderationen, Leuten, die sich Mühe geben, auf den Punkt zu reden und im Zweifelsfall auch ein bisschen Schnitt, den man aber nicht merkt.

Deswegen habe ich mich gefreut, als mich die drei Kollegen eingeladen haben, als Gast in ihre Sendung zu Captain America: Civil War zu kommen und so meine Tour durch die Podcasts der Republik (ohne selbst einen Podcast zu haben) fortzusetzen. Leider waren wir alle vier nicht besonders begeistert vom Film, was irgendwie schade ist, weil wir uns auch alle drauf gefreut hatten. (Ich entschuldige mich außerdem für ein paar Probleme auf meiner Tonspur.)

Was genau wir zu bemängeln hatten, könnt ihr selbst hören

Content is King – Erfolgreiches Content Marketing für Kinofilme

Die größte Lektion, die er in der Herstellung seines ersten Films The Primary Instinct gelernt habe, sei, wie unfassbar schwierig es sei, Menschen dazu zu bekommen, den eigenen Film zu sehen, sagt David Chen in einem Interview. “Unsere Wettbewerber sind heutzutage nicht mehr nur andere Filme, sondern all die kostenlose Unterhaltung, die es im Internet gibt.” Chen muss es wissen. Er produziert selbst einen Teil davon, dreht YouTube-Videos und nimmt diverse recht erfolgreiche Podcasts auf. Im Hauptberuf war er allerdings bis vor kurzem auch noch in der Marketing-Abteilung von Microsoft tätig. So kam er auf die Idee, für The Primary Instinct kreatives “Content Marketing” zu verwenden.

Jeder Mensch, der diese Kolumne liest und in seinem Beruf nur entfernt etwas mit Marketing und PR zu tun hat, dürfte gerade aufgestöhnt haben. “Content Marketing” ist der Begriff, mit dem in Werbekreisen zurzeit so inflationär um sich geworfen wird wie mit Maskottchenpuppen nach Ende einer Fußball-WM. Kein Wunder, denn der Gedanke dahinter ist clever: Diejenigen, die den Film vermarkten wollen, schaffen Inhalte, die für sich gesehen interessant sind und deswegen ein Publikum finden, aber gleichzeitig indirekt für ein anderes Produkt, also den Film, werben. In Chens Fall bedeutet das zum Beispiel, den Schauspieler Stephen Tobolowsky, dessen Storytelling-Bühnenshow der Hauptinhalt von The Primary Instinct ist, andere Geschichten erzählen zu lassen, und diese über verschiedene Kanäle zu verbreiten. Man müsse sich überlegen, was andere Medien ihren Konsumenten normalerweise gerne anbieten, sagt Chen, und dann versuchen, dem in die Arme zu spielen.

Weiterlesen auf “kino-zeit.de” …

Real Virtualinks 4/16

To Attract New Listeners, Podcasts Need to Move Beyond Sound

Hinter der paradoxisch klingenden Überschrift steckt die Frage, wie Podcasts “sharable” werden können, auf die bisher noch niemand eine gute Antwort hat. Ich habe mir bisher die Web-Inhalte von Serial nicht angesehen. Nutzt ihr solche Zusatzangebote?

Uhrenvergleich

Wer eine Idee hat, die er oder sie gut findet, sollte davon ausgehen, dass sie auch andere haben. Und genauso wie ich seit Jahren darüber sinniere, die absurden Auswüchse der Bahnhofskiosks unter die Lupe zu nehmen, scheint es auch Peter Breuer getan zu haben. Für “Übermedien”, die neue Website von Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz, schreibt er als erstes über das Uhrenmagazin “Chronos”.

Die Glorifizierung von Psychopathen als Helden, unterlegt mit “Bohemian Rhapsody”, ist

Meine erste Twitter-Umfrage zum neuen Trailer für Suicide Squad der ausgerechnet mein Lieblingslied mit einer für meine Begriffe absurd pubertären Vorstellung von “Coolness” koppelt (siehe auch Harley Quinn Art Contest). Immerhin hat die tendenziöse Fragestellung einige Mitmenschen zur Diskussion angeregt.

Where’s Rey?

Laut einem “Insider” wurde Rey gezielt aus Star Wars-Produkten ferngehalten, weil sich weibliche Figuren bei Jungs nicht verkaufen – schon länger bekannt. Dieser Artikel fasst das alles noch mal zusammen und setzt es auch in einen historischen Kontext.

„Komplexer soll die Welt nicht werden.”

In der Woche, in der die Grimmepreis-Nominierungen bekannt gegeben wurden, habe ich in den Tiefen meiner Pocket-Liste dieses fantastische Gespräch zwischen Frédéric Jaeger und Robert Bramkamp entdeckt, in der sich mal wieder die gesammelte Wut über Kino und Fernseh-Verquickung in Deutschland Bahn bricht. Ich würde nicht alles, was Bramkamp sagt, so unterschreiben, aber “Retrorealismus” ist einfach ein grandioser Begriff, der sehr genau mein eigenes Unwohlsein mit dem deutschen Filmkomplex zusammenfasst.

Das meistdokumentierte Filmprojekt aller Zeiten

“Die lassen sich ziemlich in die Karten gucken.” Die Worte meines Freundes Jochen im Herbst 2002 kommen mir jedes Mal in den Sinn, wenn ich an die eine Quelle denke, aus der ich vermutlich am meisten über die Art und Weise gelernt habe, wie heute Filme gemacht werden. Was für andere Filmfreaks Truffauts Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? oder Sidney Lumets Making Movies sein mögen, sind für mich die “Anhänge” zu den Mittelerde-Filmen von Peter Jackson.

Weiterlesen auf kino-zeit.de …

Real Virtualinks 51/15

Wenn englische Titel gegen andere englische Titel ausgetauscht werden – Frankreich-Edition 2014

Titelübersetzungen bleiben ein Faszinosum der Marketingwelt. Zum Glück tragen die Kollegen von “Die Academy” jedes Jahr wieder die schönsten Exemplare zusammen – zum Beispiel die Übertragung von englischen Titeln in andere englische Titel aus Frankreich. (In Deutschland ja genauso weit verbreitet)

Disney needs to calm the fuck down

Stephen Colbert hat sich vor einigen Wochen in seiner Sendung über den grenzenlosen Tie-in-Wahnsinn von Star Wars noch anhand von Lippenstift lustig gemacht und mit fiktiven “Star Wars Eggs” für Lacher gesorgt. Dieses Bild zeigt mal wieder, dass Realität schlimmer ist als jede Satire.

Access Denied

John Hermans Artikel ist schon zwei Wochen alt, aber er fasst so gut zusammen wie schon lange niemand mehr, wie die Veränderung von Gatekeeper-Mechanismen die journalistische (und vor allem kritische) Landschaft verändert. Und er schreibt den wichtigen Satz, den ich ab sofort in Filmkritiker-Debatten immer wieder zitieren werde: “A reporter that depends on access to a compelling subject is by definition a reporter compromised.”

EKD-Medienbeauftragter: “Star Wars” keine Konkurrenz zu Weihnachten

Wäre das auch geklärt. Ich weiß nicht, worüber ich mich hier am meisten wundern soll. Über die “HAZ”, dass sie dem EKD-Medienbeauftragten Markus Bräuer die Frage gestellt hat (Original-Interview auf Blendle), über Bräuer, dass er darauf eine ernsthafte Antwort gegeben hat oder über den epd, dass er aus dieser Nicht-Nachricht noch eine Meldung gemacht hat.

Get rich or die vlogging: The sad economics of internet fame

Ruhm und Reichtum müssen keinen direkten Bezug zueinander haben, wie dieser (etwas zu lange) Report eindrücklich zeigt. Das lässt einen über das Wort “Aufmerksamkeitsökonomie” noch einmal ganz neu nachdenken und darüber, ob die derzeitige Professionalisierung der YouTube-Branche wirklich das beste ist, was dem Medium passieren konnte. Es wird interessant sein, zu beobachten, wie künftige Vlog-Generationen in ein paar Jahren die Sache angehen. (Klassische Textblogger*innen habe ja immerhin den Vorteil, auf der Straße in der Regel nicht erkannt zu werden.)

Real Virtualex – Mixtape 2015

Mit jeder veröffentlichten Liste fällt ein Stück Jahresends-Depression von mir ab. Wir beginnen mit Musik. 19 großartige Songs von Everything Everything, Gavin Harrison, Ibeyi, Ryley Walker, Little Simz, Lianne La Havas, C Duncan, Miya Folick und alten Bekannten wie Steven Wilson und sogar Neal Morse.

Goodreads | Alex’s Year in Books

Wieviel ich in einem Jahr lese steht in Korrelation mit der Anzahl von Zugreisen, die ich in diesem Jahr unternehme

Real Virtualinks 50/15

War eine volle Woche. Bin nicht viel zum Internetlesen gekommen.

Netflix Will Nearly Double Its Original Programming in 2016

Ein weiterer Beleg dafür, dass sich Streamingportale primär zu Content-Anbietern und nicht zu Dienstleistungs-Anbietern entwickeln – interessanterweise eigentlich die gegenteilige Entwicklung zu den meisten anderen Internetdiensten, die ihr Geschäftsmodell vor allem im Durchreichen von Inhalten anderer begreifen. Für die Qualität des Contents ist das bisher vergleichsweise gut, es bedeutet aber auch, dass wir NIE den erhofften “Alles. Immer. Überall.”-Dienst haben werden. Ich will dazu bald hier im Blog noch mal ausführlicher nachdenken.

Advent, Advent: Alex Matzkeit über “Jupiter Ascending

“kino-zeit.de” macht gerade einen Adventskalender mit den Filmerlebnissen des Jahres ihrer Autoren. Ich erinnere mich an Jupiter Ascending.

Season Two: Episode 01: DUSTWUN

“Serial”, der Podcast-Spinoff von “This American Life” hat sich ein bisschen überraschend (aber nicht wirklich) zurückgemeldet. Alle vertrauten Elemente sind wieder vorhanden – ein ungelöster Fall, ein moralischer Konflikt, eine Geschichte mit vielen Perspektiven. Doch der Horizont ist größer: Es geht um den US-Einsatz in Afghanistan und um das Innenleben der Taliban. Für Filmfans interessant: Autor Mark Boal (Zero Dark Thirty, The Hurt Locker) und Indie-Produzentenqueen Megan Ellison sind involviert.

The Beauty of Cinema 2015

Einen Supercut-Jahresrückblick verlinke ich noch, weil er von Matthias von “Das Film Feuilleton” stammt. Ich führe gerade ein Interview mit ihm über die Entstehung, dass ich am Wochenende veröffentlichen werde.

Real Virtualinks 49/15

videotheken: weggeströmt

Felix Schwenzel antwortet auf einen Vox-Artikel, in dem ein Videothekar seinen Arbeitsplatz verteidigt, und widerlegt seine Argumentation nach meinem Dafür- und Streamingdienstverhalten) sehr schlüssig.

Der Verlust der Physischen Realität (Teil 1)

Sven von Reden zeigt auf kino-zeit gerade ausführlich und angenehm systematisch auf, wie unser Computer-Leben immer schwieriger filmisch darstellbar wird. Meiner Ansicht nach hat das ganze allerdings auch noch eine ideologische Dimension (dazu im nächsten Jahr zu gegebener Zeit mehr).

Home Invasion

Peter Jackson kann immer noch nicht schauspielern. Seine Tochter Katie hingegen, die Mittelerde-Fans ja ebenfalls auf der Leinwand haben aufwachsen sehen, macht sich ganz gut.

2015 Salute to Cinema

Jetzt geht es wieder los mit jener gleichzeitig schönsten und schlimmsten Zeit des Jahres, in der wir zurückblicken, weil wir bestimmt haben, dass an einem willkürlichen Termin etwas Neues beginnt. (Final Cut ist eigentlich noch besser)

573: Status Update

Die jüngste Folge von This American Life geht in zwei ihrer Segmente sehr interessanten Fragen nach: Welche geheime Statussprache benutzen Teenager-Mädchen in der Kommentierung ihrer Selfies? (Hier als Text zusammengefasst) Wie verändert sich das Verhältnis zum besten Freund, wenn dieser plötzlich reich und berühmt wird?

Die Zukunft des Kinos. Oder in Zukunft ohne das Kino? Teil 3

Joachim Kurz hat in Mannheim einen Vortrag zur Zukunft des Kinos gehalten, der in drei Teilen auf kino-zeit.de online steht. Er bietet einen guten Überblick, enthält aber wenig Neues für Leute, die sich sowieso mit Digitalisierung, Video on Demand und co beschäftigen. Im dritten Teil jedoch wagt Joachim auch eine Zukunftsvision, die ich gar nicht so abwägig finde. Multiplexe und Arthäuser werden zu Event-Palästen, jedes auf seine Art – und die FIlmkunst könnte sich im kommunalen Kino wiederfinden: In “zentral gelegenen, fachkundig geführten, offenen Orten der Begegnungen mit anspruchsvollen Filmen, mit Meisterwerken aus der Vergangenheit, mit Reihen, die Epochen, Genres, Ländern und manchmal auch Seiten- und Holzwege der Filmgeschichte präsentieren. In meiner zugegeben vielleicht etwas naiven Vorstellung besitzt eine solche Kinemathek die gleiche Wichtigkeit und eine nahezu identische finanzielle Ausstattung wie ein Stadttheater, ein städtisches Orchester oder eine Stadtbücherei.”

Sisters – The Farce Awakens

Tina Fey und Amy Poehlers Film Sisters kommt am gleichen Tag wie Star Wars in die US-Kinos. Also haben die Comedy-Göttinnen eine unfassbar gute Parodie auf das Star Wars-Comic Con-Reel gedreht. ‪#‎youcanseethemboth‬