I like evangelisch – Angebote der Kirche im Bereich Social Media

Das Abschlusspanel des 2. Ev. Medienkongresses. (Quelle)

Beim 2. Evangelischen Medienkongress am 26. und 27. September in Mainz habe ich einen Einführungsvortrag zum Thema Kirche und Social Media gehalten, den ich auf mehrfachen Wunsch hier dokumentiere. Dies ist die leicht veränderte und mit Hyperlinks versehene Form meiner Vortragsnotizen, die Originalfolien verschicke ich bei Interesse gerne per Mail (meine E-Mail-Adresse steht im Impressum).

Der Grund, warum ich hier oben stehe, ist wohl, dass ich bis vor einem guten Jahr der Internetredakteur des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dresden war und dort auch die Social Media Präsenz aufgebaut habe, aber dazu kommen wir später noch. Ich hoffe, dass ich Ihnen für den Einstieg hier einen kleinen Überblick bieten kann, den Sie dann später in den angebotenen Workshops vertiefen können.

Ich habe mir gedacht, ich fange mit nackten Zahlen an und das heißt: Welche Angebote gibt es überhaupt? Also: Wo ist die evangelische Kirche in dem, was man Social Media nennt, überhaupt präsent? Die Evangelische Kirche in Deutschland hat 20 Gliedkirchen und ich habe überprüft, ob die EKD selbst und jede der Gliedkirchen auf den großen sozialen Plattformen vertreten sind. Diese großen Plattformen, das sind Facebook, Twitter, YouTube und GooglePlus. Ich habe diese vier genommen, weil es nun mal die Platzhirsche sind und weil dort die Zahlen am ehesten vergleichbar sind.

Die Zahlen im Vergleich

Ich weiß auch, dass das nicht die einzigen Social-Media-Kanäle sind, die es gibt. Es tut mir auch wirklich leid, wenn ich durch diese Reduktion jetzt zum Beispiel übersehen habe, dass die Sachsen bei Instagram ganz groß sind oder die Bremer bei Foursquare. Aus den großen vier jedenfalls kann man folgende Tabelle bauen:

Sie sehen, da gibt es einige Zahlen, die meisten nicht sehr groß, aber auch viele Leerstellen. Das soll jetzt erstmal überhaupt nicht wertend sein, nur eine Übersicht geben: Manche Teile der evangelischen Kirche in Deutschland machen etwas im Social Web, andere nicht. Das hängt sicher zum Teil auch mit der Größe der Kirche zusammen und damit, ob sie sich die Mitarbeiter leisten möchte, die so etwas betreuen. Aber es hängt eben auch mit der grundsätzlichen Einstellung zum Thema zusammen. Das wird dann auch deutlich, wenn man sich die kirchlichen Werke anschaut.

Da gibt es nämlich überall ganz gute Zahlen, und soweit mir bekannt ist nutzt etwa “Brot für die Welt” das Social Web auch sehr aktiv. Allerdings ist “Brot für die Welt” auch eine national und international agierende Institution – damit ist das Publikum größer und es gibt vielleicht teilweise auch mehr Inhalte, die in diesen sozialen Netzwerken geteilt werden können oder die für mehr Menschen interessant sind – auch wenn sie nicht direkt mit der Amtskirche zu tun haben. Zum Beispiel Nachrichten aus Krisengebieten und Informationen über die Verwendung der Mitgliederspenden.

Und dann gibt es natürlich noch die Speerspitze der evangelischen sozial-medialen Institutionen, evangelisch.de, die ja auch mal der Ort sein sollte, an dem die evangelischen Christen Deutschlands im Netz zusammen kommen sollen. Hat entsprechend auch – im Vergleich – ganz gute Zahlen aufzuweisen, vor allem auf Twitter.

Es gibt natürlich noch einige mehr, die ich jetzt hier nicht aufgeführt habe. „Chrismon“, etwa, oder „Evangelische Häuser“, die zu dem evangelisch.de-Netzwerk gehören. Und es gibt einzelne Personen, z. B. der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, die auch Facebookseiten haben und nutzen! Auf die Zahlen kommen wir später noch einmal zurück. Ich wollte mir jetzt aber erst einmal ein paar dieser gerade gesehenen Angebote – eine relativ willkürliche Stichprobe – genauer mit ihnen anschauen.

Diese Seite ist ein Platzhalter

Wir beginnen mit dem Social-Media-Angebot der Evangelischen Kirche in Deutschland selbst, also der EKD. Die ist überall vertreten. Es gibt eine Facebookseite, einen Twitter-Account und einen YouTube-Channel und die Zahlen sind dort für deutsche Kirchenverhältnisse auch okay – bei Facebook fast 2000 Fans und über 2.500 Follower bei Twitter. Aber es fällt auf, dass es eigentlich keine Interaktion gibt. Also: Der wirklich „soziale“ Aspekt des Social Web wird nicht genutzt.

Die Seiten sind hauptsächlich automatisierte Kanäle, in die Pressemeldungen einlaufen. Der YouTube-Kanal wird auch nur für Videos von Pressekonferenzen und Synoden genutzt.
Aber das ist auch so gewollt, sagt Sven Waske, der Leiter der EKD-Online-Redaktion: “Diese Seiten sind Platzhalter, da die Rechtslage derzeit noch unklar ist. Sie werden künftig in einer Gesamtstrategie neu gefasst.” Man wollte diese Seiten erst einmal besetzen, damit sie kein anderer nutzt, aber es gibt eben noch keinen Konsens darüber, ob und wie man hier ins soziale Netz vorstoßen sollte – und daher gibt es eben erstmal nur diese einseitigen Präsenzen. Immerhin gar nicht verkehrt, dass man auch auf diesem Weg die Pressemitteilungen der EKD abonnieren kann.

Dialog mit der zunehmend atheistischen Netzkultur

Zum Vergleich: Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) hat ihren gesamten Social Media Auftritt diesen Sommer neu gelauncht. Hier wird redaktionell gearbeitet. Man bemüht sich, auch Verlinkungen auf außen stehende Angebote einzubauen, die die Follower interessieren könnten. Bilder einzubinden. Auf Twitter sieht man, dass auch Retweets und Hashtags benutzt werden. Einige andere Landeskirchen haben übrigens auch Seiten, die redaktionell betreut werden.

Hier kommt es auch zum Dialog. Natürlich wahrscheinlich nie so viel, wie man möchte und auch nicht immer mit den Leuten, mit denen man gerne reden möchte, aber das Medium wird genutzt. Und wenn dann kontroverse Themen behandelt werden, wie jüngst das Thema Beschneidung, kommt es eben auch zu kontroversen Diskussionen – auch mal mit im Netz bekannten Leuten, wie Mario Sixtus, mit dem sich dann aber auch immerhin ein Dialog entspann.

EKiR-Internetbeauftragter Ralf Peter Reimann sagt dazu: “Der Dialog auf Facebook muss auch solche Provokationen aushalten. Unser Ziel ist auch der Dialog mit der zunehmend atheistischen Netzkultur!” Es ist natürlich Spekulation, aber das könnte das sein, was andere vielleicht noch davon abhält, diesen Schritt ins soziale Netz zu machen. Denn all das halst man sich natürlich auch auf, wenn man Social Media macht, und ich habe selbst schon öfter die Erfahrung gemacht, dass Leute wirkliche Probleme mit dieser gewissen Kontrollaufgabe im Kommunikationsprozess haben, die das soziale Netz mit sich bringt.

Ein Tweet-Gebet in der Essensschlange

Dann möchte ich noch kurz ein kleines Sonderprojekt vorstellen, weil es auch dieses Jahr den Webfish-Innovationspreis (Offenlegung: Dort saß ich in der Jury) gewonnen hat: das “Twittagsgebet”, das – wie man am Logo sieht – der Badischen Landeskirche entspringt. Dahinter stand die Frage, wie man ein spirituelles Angebot in einem Twitterkanal unterbringen kann. Entstanden ist ein Twitterkanal auf dem jeden Mittag um 12 Uhr ein Tweet-Gebet gesendet wird, das zum Innehalten einlädt und oft auch auf aktuelle Ereignisse bezug nimmt.

Das ist auch nicht unbedingt interaktiv – hier findet kein Dialog statt – aber das wissen die Macher auch und das ist auch ganz bewusst. “Wir wünschen uns den Nutzer, der mittags in der Essensschlange steht und seine Timeline checkt und sich dann über unseren Tweet freut”, sagt Oliver Weidermann, der Gründer und Koordinator des Twittagsgebets. Das soziale entsteht dann eher dadurch, dass ein Twittagsgebet retweeted werden kann und die Follower es so mit ihren Followern teilen.

Also auch wenn es keine direkte Interaktion gibt, hat man sich hier zumindest wirklich Gedanken darüber gemacht, wie man das Medium auf spezielle Weise einsetzen kann – indem man eben solche Tagesgedanken auf 140 Zeichen eindampft – und das funktioniert ja auch.

Mitten im Hype-Cycle

Der letzte Kandidat, evangelisch.de, hat diesen Herbst seinen dritten Geburtstag gefeiert. Ich habe damals selbst noch im GEP in Frankfurt gearbeitet als evangelisch.de an den Start ging und ich erinnere mich noch gut an die Aufbruchsstimmung die damals dort herrschte. Der Plan war, etwas auf die Beine zu stellen, was die evangelische Kirche endgültig im Internetzeitalter ankommen lässt. Eine Nachrichtenseite mit angeschlossener Community, die aber anders, persönlicher und spiritueller, funktioniert als die weltlichen Medien und damit alle evangelischen Christen in Deutschland anspricht.

Heute sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Die Community ist vor ein paar Monaten geschlossen worden. Die wenigen Nutzer die es dort gab, fanden das natürlich sehr schade. Aber im Rückblick konnte evangelisch.de als eigenes soziales Netzwerk einfach nicht bestehen. Die Dinge, die funktioniert haben, etwa eine universelle Anlaufstelle für geistliche Fragen, hat man behalten und sie werden jetzt unabhängig weitergeführt.

Es hat also alles nicht ganz so geklappt wie man sich das vorgestellt hat – und ich finde die Seite jetzt auch optisch nicht mehr so schön und ein bisschen labyrinthisch – aber die Konsequenz ist eben, dass die Redaktion jetzt mit etwas weniger Hype im Rücken weitermacht. Portalleiter Hanno Terbuyken: “evangelisch.de ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir sind ein Teil des Angebots, ein Knotenpunkt im Verbund christlicher Websites im Netz. Und wir haben einen klaren publizistischen Auftrag und daran hat sich nichts geändert.”

Ich mochte diesen Gedanken eigentlich: Dass man jetzt vernetzter denkt und auch auf der Leitungsebene nicht mehr so stark wie am Anfang der Meinung ist, man hätte jetzt den endgültigen Schlüssel dazu gefunden, wie evangelische Kirche im Netz funktioniert. Und Hanno Terbuyken hat mir dennoch glaubhaft versichert, dass er mit dem, was evangelisch.de im Moment produziert, sehr zufrieden ist.

Ich musste da ein bisschen an den “Gartner Hype Cycle of Emerging Technologies” denken, ein Index, auf dem jedes Jahr aufgezeichnet wird, wo sich entstehende Technologien gerade auf ihrem Erwartungshorizont befinden – und der beginnt eben immer mit einem großen Hype voller zu großer Erwartungen, stürzt dann ab in ein Tal der Desillusionierung (das hatte evangelisch.de vielleicht letztes Jahr) und bewegt sich dann aber stetig auf ein produktives Plateau zu. Es bleibt zu hoffen, das evangelisch.de jetzt auf dem besten Weg dahin ist.

Wenn man jetzt die Zahlen vom Anfang alle mal addiert – ich nehme jetzt mal die Facebook-Zahlen aller Landeskirchen, der EKD und von evangelisch.de – dann kommt dabei eine Zahl knapp unter 8000 heraus. Das ist also die Zahl der Leute, die die offiziellen Facebookseiten der evangelischen Kirche erreicht. Die eigentliche Zahl ist natürlich niedriger, da davon auszugehen ist, dass viele Leute mehrere dieser Seiten geliket haben. Auch die Werke fehlen jetzt in dieser Summe, aber zu denen passt das Motto “I like evangelisch” auch nicht besonders gut, denn ich möchte wetten, das ein Großteil der Bevölkerung weder “Brot für die Welt” noch die “Diakonie” direkt mit der evangelischen Kirche in Verbindung setzt.

Auf Augenhöhe

Vergleichen wir dazu eine Seite namens „evangelisch im Facebook“. Die hat fast halb so viele Fans wie alle anderen zusammen, stammt aber nicht aus einem offiziellen Kanal. Andererseits hat sie die Kurz-URL facebook.com/evangelisch – dort passt also das Vortragsthema am besten. Und dort, soweit ich das beobachten kann, passiert, was auf den meisten anderen Seiten nicht passiert. Bis zu sechs mal am Tag wird ein Impuls gepostet, manchmal ernst, manchmal witzig, und dann wird das weitergegeben und diskutiert – natürlich auch nicht immer nur gut und auch hier treiben sich viele von den Menschen herum, die für die Kirche nach außen hin natürlich nicht gerade das beste Bild abgeben. Aber – hier ist ein echtes soziales Medium am Start. Hier findet so etwas ähnliches wie Gemeinde statt.

Gemacht wird das ganze – das hat im StudiVZ (der ein oder andere erinnert sich noch) angefangen und ist dann auf Facebook umgezogen – von drei Mitgliedern der Evangelischen Studierendengemeinde Stuttgart, Stefan Hartelt, Contanze Borchert und Astrid Lowien. Die drei investieren ehrenamtlich jeder etwa 90 Minuten am Tag, um diese Seite zu pflegen und sich neue Impulse einfallen zu lassen. Und obwohl Stefan Hartelt auch in der Web 2.0-AG der Württembergischen Landeskirche sitzt, bekommen die drei nur ganz verhaltenen Rückhalt von offizieller Seite.

Ich habe sie gefragt, ob sie sich in Konkurrenz zu evangelisch.de sehen. Und als Antwort habe ich von Stefan Harrtest bekommen: “Wir fragen uns immer: wie können wir so professionell sein wie evangelisch.de?” Die drei sind also auch sehr bescheiden, sehen die Profis eher als Vorbild – obwohl sie als Amateure eigentlich viel erfolgreicher sind – und, wie sie erzählen, auch sehr wenig Probleme mit Pöblern haben, und noch nie jemanden sperren oder einen Beitrag löschen mussten, also weitgehend in Frieden gelassen werden.

Ich habe mich gefragt – das ist nur eine These – dass es vielleicht gerade dieses amateurhafte auf Augenhöhe ist, was die Leute zu dieser Seite zieht. Dass sie eben hier nicht Informationen von Profis durchgereicht bekommen. Vielleicht funktionieren Social Networks – zumindest in solchen so privaten und emotionalen Bereichen wie Kirche und Glauben – einfach so, oder zumindest: auch so.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag hat natürlich auch noch eine sehr erfolgreiche Facebookseite (und auch einen Twitterkanal mit 1200 Followern, da ist evangelisch.de erfolgreicher). Die betreue ich inzwischen natürlich nicht mehr, das macht jetzt meine Nachfolgerin Silke Roß. Wir hatten den Vorteil, dass dort scheinbar eine Meute von Leuten auf uns wartete, die nur noch abgeholt werden musste. Denn im Gegensatz zu den Kirchen, wo ja viele Leute Mitglied sind, aber nur wenige wirklich aktive Mitglieder, sind die Kirchentags-Teilnehmer ja fast alle sehr involvierte Menschen.

Das Nicht-Geheimnis des Kirchentages

Das interessante ist, dass ich seitdem, also seit diese Facebookseite und auch der Twitterkanal für evangelische Verhältnisse so erfolgreich ist, das heißt: seit Frühjahr 2011, schon mehrmals zu ähnlichen Veranstaltungen wie dieser hier eingeladen worden bin, um darüber zu reden, wie wir das gemacht haben. Und ich erzähle dann immer, was wir, dass wir versucht haben, uns auf die Vorfreude zu konzentrieren, damit wir die zwei Jahre zwischen den Kirchentagen überbrücken können. Dass wir einen lockeren, persönlichen, aber nicht flapsigen Ton gewählt haben. Und dass wir versucht haben, auf alles zu reagieren, was uns an Fragen und Kommentaren entgegen kam. Und irgendwie hat das geklappt.

Das heißt: die einzige Social-Media-Expertise, die da eigentlich reingegangen ist, ist meine private Erfahrung im Social Web vor diesem Job, die Berichterstattung darüber, die ich als Medienjournalist leisten durfte, und die Bereitschaft, das Medium und seine Nutzer ernst zu nehmen, nicht nur als Verbreitungskanal, sondern als Plattform. Und kurz nach dem 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden hatten wir dann plötzlich die 10.000er-Marke überschritten.

Ich habe auch Gespräche geführt mit Werbern und anderen Medienmenschen, denen das alles viel zu konservativ war: zu wenig Provokation, zu wenig viral, nicht spektakulär genug. Aber ich habe immer gedacht, dass die Internetweisheiten, die für Unternehmen gelten, in diesem speziellen Umfeld nicht immer das Richtige sind. Und ob das stimmt oder nicht, dafür sind Sie ja hier, um das zu diskutieren.

Was vom “BildBlog” übrig bleibt

Mein Artikel “‘Wired’ ist in Deutschland immer noch tired (und klaut)”, den ich in der Nacht des vergangenen Samstag in einem Anfall von Kragenplatzen in die Tastatur gehackt hatte, wurde am Dienstag in der Rubrik “6 vor 9” eines der ersten und – ich schätze nach wie vor größten – Blogs Deutschlands verlinkt, dem “BildBlog”. Es hat mich sehr gefreut, dass mein Thema anscheinend von Kurator Ronnie Grob als relevant genug eingestuft wurde. Auf Facebook habe ich gewitzelt, dass ich den Punkt “vom BildBlog verlinkt werden” jetzt auch von meiner Bucket List streichen kann, und natürlich ist ein bisschen Aufmerksamkeit auch immer gut für’s Ego.

Da mir eine solche Verlinkung zum ersten Mal passiert ist, dachte ich mir, ich schreibe mal kurz eine Zusammenfassung dessen auf, was das ganze auf meiner Seite des Links ausgelöst hat. Vorweg: An normalen Tagen hat mein Blog 20 bis 30 Pageviews pro Tag – eine gewisse Anzahl fast immer über Google Image Search, die nach Jennifer Connelly Naked oder Ähnlichem suchen.

Am Tag der Bildblog-Verlinkung kletterte diese Zahl auf

2.271 Pageviews.

Mein “busiest day” ever, laut WordPress. Insgesamt wurde der Artikel seit Veröffentlichung

2.646 Mal

angeklickt. Ich hoffe/vermute, dass er meistens auch gelesen wurde. Als ich die Verlinkung sah, stellte ich mich drauf ein, mich für meine Meinung gegen eine Flut von Trollen rechtfertigen zu müssen, aber das war nicht der Fall, denn insgesamt rief der Artikel dann doch nur

4 Kommentare

hervor (einen davon von einem Kollegen, den ich direkt nach seiner Meinung gefragt hatte). Ich weiß nicht, ob das daran lag, dass er nicht so furchtbar polemisch war (ich bin kein guter Polemiker, eher ein Analytiker, und wenn ich mal polemisch werde ende ich meistens damit, mich dafür auch ein bisschen zu entschuldigen), oder einfach an der üblichen 90/9/1-Kultur des Netzes.

Ein bisschen schade fand ich das schon, ich hatte mich auf den vielbeschworenen Austausch und Rückkanal des Netzes gefreut. Dass der bei 20 Hits pro Tag verhalten bleibt, hat mich nie gewundert. Aber bei 2.200 Hits dachte ich: Da passiert mal was.

Inwieweit mir die Verlinkung erweiterte Publicity gebracht hat, kann ich nicht genau sagen. Ich habe einen neuen Follower bei WordPress (aber nicht jeder benutzt WordPress), aber leider

keine neuen Follower

bei Twitter gewonnen (was ich eher erwartet hätte). Ob ich in den Feedreadern weiterer Leute gelandet bin wird sich wohl erst zeigen, wenn ich wieder neue Artikel poste. Grundsätzlich kann ich aber auch verstehen, dass diejenigen, die wegen eines Medienartikels hierher gekommen sind und dann sehen, dass ich hauptsächlich über Film blogge und twittere, sich gegen eine Verfolgung entscheiden.

Last but not least fand ich die Durchklick-Rate interessant. Von den über 2.000 Menschen, die am Dienstag den Artikel angeklickt haben, in dem ich jemandem im Grunde Plagiarismus vorgeworfen habe, haben sich gerade mal

24 den Originalartikel angesehen.

Vielleicht kannten ihn manche auch schon, immerhin lief er Ende Februar durchs Netz, aber die Zahl fand ich dann doch erschreckend klein. Etwas interessanter (36 Klicks) schien einigen Christian Jakubetz’ Blogeintrag, den ich hinter “ordentlichen Arbeitsbedingungen” verlinkt hatte. Und jeweils unter 20 Menschen klickten sich zu den Podcasts durch, die ich als Belege für die “Wired”-Strategie verlinkt hatte.

Von wem ich mir natürlich eine Reaktion erhofft hatte ohne wirklich damit zu rechnen – der Redaktion der dritten deutschen “Wired” – kam erwartungsgemäß nichts. Immerhin: Chefredakteur Alexander von Streit folgt mir jetzt auf Twitter. Der Autor des von mir angegriffenen Artikels, Michael Moorstedt, ist im öffentlichen Social Web nicht sehr stark unterwegs (gut, muss man jetzt auch nicht, so als “Wired”-Redakteur), deswegen konnte ich ihn schlecht direkt ansprechen. Wäre ich er weiß ich aber auch nicht, ob ich auf einen Anpinkler wie mich reagiert hätte.

Ich will mich nicht beschweren, aber der insgesamte Mangel an Feedback trotz so vieler Klicks hat mich dann doch gewundert. Andererseits: Ich weiß, wie viel ich im Netz lese ohne zu kommentieren. Also bin ich wahrscheinlich selbst daran (mit) Schuld.

In semi-eigener Sache: “Close up”

Screenshot: ZDF

Seit nun ziemlich genau einem Jahr bin ich, neben meiner Superhelden-Identität als Blogger, im bürgerlichen Leben Mitglied der Filmredaktion ZDFkultur/3sat. Dort gehöre ich unter anderem auch zu dem Team, dass das monatliche Kinomagazin “Close up” produziert – für das ich nun, da die Sendung ein gutes halbes Jahr existiert, an dieser Stelle einmal Werbung machen möchte.

“Close up” läuft einmal monatlich auf ZDFkultur, samstags (zum Beispiel morgen) um 22:15 Uhr, und mit gleichem Inhalt aber anderem Layout danach dienstags auf 3sat – und steht anschließend zum Abruf in der Mediathek. Die Sendung hat drei Teile – zwei aktuelle Filmkritiken und eine “Gastkritik”, in der deutsche Filmemacher von ihren Lieblingsfilmen erzählen dürfen.

Dass vielleicht der ein oder andere meinen könnte, die Filmkritiken seien eben der Standard, den man aus EPK-Schnipseln und Interviews im Fernsehen ständig zu sehen bekommt; dass vielleicht manche meinen möchten, andere hätten das sogar schon besser/zeitgemäßer gemacht – geschenkt. Wir geben unser Bestes und versuchen uns stetig weiterzuentwickeln!

Das allerbeste an “Close up” aber, sind wahrscheinlich die Gastkritiken. Hier lassen wir Regisseure, Schauspieler und andere Filmschaffende Filme vorstellen, die ihnen persönlich am Herzen liegen. Und das geht, so finde ich zumindest, oft genug ziemlich unter die Haut und ich kann jedem nur empfehlen, sich diese Fünf-Minuten-Segmente einmal genauer anzugucken, denn so viel Raum wird “alten” Filmen im Fernsehen heute nur noch sehr selten gegeben.

Da erzählt zum Beispiel der Schauspieler Lars Eidiniger, wie für ihn Lars von Triers Antichrist mit der Geburt seines Sohnes zusammenhängt. Christian Petzold referiert beeindruckend über die Verfolgungsjagd in French Connection. Der Doku-Kameramann Thomas Plenert schwärmt über die Plansequenzen in den Filmen von Sergej Urussewski. Und Anna Brüggemann gibt zu, wie neidisch sie ist, wenn sie Sandra Hüller in Über uns das All spielen sieht.

Zusätzlich zu den Segmenten in der Sendung gibt es als Bonus online immer noch ein “7 Fragen an …” Video-Interview mit den Filmemachern, das sich immer ebenfalls lohnt. Und wann immer wir können: zusätzlichen Content, wie Interviews, die wir nicht in der Sendung unterbringen konnten oder sogar eine zusätzliche Gastkritik. Ich hoffe, wir werden noch lange die Gelegenheit dazu bekommen, dieses Prinzip immer weiter zu verbessern.

In der August-Sendung sagen wir unsere Meinung zu Magic Mike (mein erster eigener Beitrag, ich hatte mich bisher auf die Online-Aufbereitung konzentriert) und This Ain’t California. Und der Regisseur Matthias Luthardt spricht über Sidney Lumets Dog Day Afternoon. Schaut doch mal rein – und gebt mir ruhig auch Feedback hier im Blog.

Pandora’s Digital Box – David Bordwell on the Development of Digital Cinema

A great cultural upheaval like the digitisation of cinema may tempt academics to bury it under a heap of ontological theory. This makes it all the more refreshing that it is an academic of all people, who has now published one of the most grounded accounts of the topic.

The American film studies guru David Bordwell, wo renewed the popularity of formalist film analysis in the 80s, first approached the digital changeover in a series of blog entries, which he has now assembled and reworked in a compact eBook for Sale on his site. With a real reporter’s spirit, Bordwell set out to learn about the changes on the very scenes they happened – in arthouses and multiplexes, with organizers of film festivals and overseers of film archives.

Especially these last two chapters allow for surprising insights into the work of institutions that even cinephiles rarely get to see the other side of. Bordwell describes the almost insurmountable chaos of formats in the booth of a festival projectionist, as well as the enormous effort, the costs and problems with data compatibility that figure in the digital storage of movies. All this, the Wisconscin professor enriches with journalistic background knowledge; he describes the institutional and economic history of the changeover without any frills and sketches the moves and motivations in the big business of film, or in this case – as the subtitle of the book makes clear – files.

Bordwell avoids choosing a clear side in the ongoing debate – even if his affection clearly rests with celluloid, or rather: acetate. As he points out in the introduction, he feels mostly excited about the fact that as a film historian, he finally gets a chance to witness a historic paradigm shift first hand. Istead of just reconstructing the details and the feel of such a change after the fact through a series of educated academic guesses, he enjoys being right in the middle of it – as a sort of embedded student of cinema. And he succeeds outstandingly.

“Pandora’s Digital Box: Films, Files and the Future oF Movies” is available for $3.99 from davidbordwell.net.

A different, German version of this review appeared in epd film 7/2012.

Work in Progress: Wie digital ist der deutsche Film?

Hell

Hell, gedreht mit der Red One MX Kamera – Bild: Paramount

Mein Kollege und Freund Bernd Zywietz (Blog) hat mich angeheuert, um einen längeren Beitrag für ein Projekt zum aktuellen deutschen Film zu schreiben, das demnächst das Licht der Welt erblicken soll (Details nenne ich sicherheitshalber hier vorerst nicht).

Mein Thema wurde mir grob mit “Digitalisierung” umrissen. Wie genau ich an dieses Thema herantreten will, ist mir überlassen. Da ich hauptsächlich wegen des erwarteten Ruhms zugesagt habe, habe ich mich entschieden, diesmal einen etwas anderen Weg zu gehen, als den gewohnten.

Ich bevorzuge es in der Regel, Struktur und Inhalt eines Artikels gänzlich mit mir selbst auszumachen und daran im stillen Kämmerlein meines Köpfchens so lange herumzuschrauben, bis das Werk “fertig” ist, also bereit ist, in Buchstaben gegossen zu werden.

Herausgefordert durch Menschen wie Jeff Jarvis will ich dieses Mal einen etwas offeneren Prozess versuchen, in dem ich meine Ideen und meinen Fortschritt in diesem Blog offenlege und zur Diskussion freigebe.

Mir ist klar, dass – mit den wenigen Lesern, die mein Blog hat – und angesichts der 90-9-1-Pyramide, das Feedback wahrscheinlich eher klein ausfallen wird, aber man kann es ja mal versuchen. Wer weiß, was passiert. Vielleicht passiert auch nichts.

Mein momentanter Stand ist, dass ich mir überlegt habe, den Weg eines Films von der Produktion bis zur Kinoauswertung zu verfolgen und auf jedem Schritt des Weges zu überprüfen, wie stark die digitale Technik dort bereits dominiert (oder nicht) – in einer Mischung aus Interviewstatements und Fakten, die ich aus anderen Veröffentlichungen zum Thema ziehen will. Als sehr inspirierend empfand ich in dieser Hinsicht David Bordwells Blogserie Pandora’s Digital Box, die einen ähnlichen Weg wählt.

Ich fange mit der Produktionsseite an. Heute habe ich mehrere Filmschulen, die deutsche Produzentenallianz und zwei Dokumentarfilmer angeschrieben und um Interviews gebeten. Diese Woche nehme ich mir die letzten zwei Jahrgänge des “Filmecho” vor und suche Artikel zum Thema. Wenn ich mich auf dem Produktionsterrain sicher fühle, ist die Postproduktion und Auswertung dran.

Klingt das sinnvoll? Ich werde (hoffentlich) in Blogeinträgen von meinem Fortschritt berichten, gesammelte Ideen in den Raum werfen und auf Feedback hoffen (das dann später im Artikel durch Nennung gedankt wird). Wenn jemand jetzt schon etwas beitragen will, immer her damit. Was immer hilft ist auch: weitererzählen, vielleicht landet das work in progress so bei jemandem, der etwas dazu beitragen möchte.

Why Bilingual Blogging Sucks

bi-linguality

Image: Kuli, CC0

This is a rant. And a whiny one at that. With the internet so free and international as it is, there is one problem it hasn’t solved: the language barrier. Sure, computer translators like Google Translate do an okay job at translating the gist of foreign websites, but they will never give you the real experience of reading something in a language you actually understand. They still produce too much gibberish for someone to actually enjoy an article written by someone in a language that’s foreign to the reader.

Which puts people like me in a strange predicament: What language should I use for publishing on the internet?

I can only work from my own example here, because I have not heard anyone else complain about the topic so far, but I am sure there must be others that feel the same way. Having studied the language in college and spending some time abroad, I think that I speak and write English well enough for others to understand me and for me to be able to express even slightly complex thoughts in it. Since English is the language understood by most people around the world, the logical conclusion should be to keep my writings in English. This way, I will reach more people, right?

However, my native language is German, and I know that not only can I express myself better in German, I also have a different style in each language. When I write in English, I can also never be absolutely sure that what I am writing sounds “natural” and not like a foreigner who is trying to impress native speakers with his English. (I recall giving one of my essay papers for proofreading to my English flatmate in Edinburgh. He started reading it and then stopped, unnerved. “I don’t know what to say”, he said, “nothing you wrote is actually wrong, but it just doesn’t feel like something a native speaker would write.”)

While I have been writing mostly about films recently, I started this blog while I was still working full-time as a media journalist. And there’s a lot of topics where I just doesn’t make sense to write in English, because they concern the German media landscape or debates going on in the German blogosphere which concerns itself a lot with developments in media and the internet (and not much else).

Okay, you might say, write in German, then. Do what you do best, link to the rest.

Really? But Germany has no real movieblogging scene to speak of. Most of the people blogging about movies in Germany either just review what they last watched, link to the newest trailers or translate news from English movieblogs. Almost no one in Germany just writes about the stuff that interests them in that half-academic, half-nerdy way that is so popular (and often so good) on British and American blogs. Why would I want to alienate these people that I admire and miss the opportunity to enter into a dialogue with them. “Great post, here’s my thoughts on the topic translated into English by Google. Nevermind that most of it doesn’t make any sense this way.”

Right, then. Blog in both English and German, depending on the topic.

That’s what I am doing at the moment. Stuff that concerns only Germany, I write in German. Everything else, I write in English (although sometimes, I wish I could just write it in German because it’s so much less of an effort [told you, I’d be whining]). I’ve also switched my Twitter account to be (almost) exclusively English, because most of the people I follow speak English.

This solution, however, is adequate at best, neither fish nor fowl at its worst. If what you read is true, a personal Internet “brand” is at its strongest when it is at its most recognizable. Bilinguality does not help. If I was a reader of, say, a blog written by a Spaniard, I would regret every post she writes in Spanish, because I don’t understand Spanish. On Twitter, there is some German topics I would really like to write about sometimes, but I would feel silly writing them in English (especially when replying to a German tweet) and I don’t want to “break character” by writing in German.

The only “real” solution, I guess, would be to split my online persona, have an English blog and a German blog, an English Twitter and a German Twitter. But with my output as irregular as it is, I feel it would be very stupid to not put everything in one place. I could also code this blog into parallel sites in English and German, but with only 25 hits a day, I don’t think it would be worth the effort. And it still wouldn’t solve the Twitter problem, because unlike Facebook or Google+, Twitter doesn’t allow you to sort your followers into groups or circles and broadcast only to some of them.

Whichever way you look at it, one thing or another always looks askew. I have no solution. Which is probably why I am so frustrated. If you have a solution, or a comment, please post it in the comments. In any language you choose.

In eigener Sache: Onlineredaktion des Katholikentags in Mannheim

Die kommende Woche werde ich zu großen Teilen in Mannheim verbringen. Basierend auf meiner Erfahrung als Leiter der Onlineredaktion des evangelischen Kirchentags in Dresden letztes Jahr hat mich die kleinere (dafür aber ältere) Schwesterveranstaltung der Katholiken gefragt, ob ich nicht auch dieses Jahr in der Onlineredaktion mithelfen möchte. Ich habe gerne zugesagt.

Seit dem evangelischen Kirchentag in Bremen 2009 und erst recht seit dem ökumenischen Kirchentag 2010 in München hat sich in den Onlineredaktionen der Veranstaltungen eine angenehme, ökumenische Kontinuität ergeben, von denen alle Beteiligten profitieren. Stipendiaten und Volontäre des katholischen IFP waren, nach den guten Erfahrungen in München, im vergangenen Jahr Teil der Redaktion des evangelischen Kirchentages. Und dieses Jahr in Mannheim halten ich und meine Kollegin vom nächsten Kirchentag in Hamburg in Mannheim die ökumenische Flagge hoch. Der traditionelle Kooperationspartner des Kirchentages, die evangelische Journalistenschule in Berlin, hat es leider nicht nach Mannheim geschafft. Dafür ist das Medienkolleg Innsbruck wieder mit von der Partie.

Ich freue mich darauf, wieder in einer multimedialen Desk-Redaktion mit netten Kollegen zu arbeiten und bin gespannt auf die Ergebnisse. Die kann man dann ab Mittwoch auf katholikentag.de sehen.

Navel Gazing – Part 4: Social Networks

Image: Wikimedia Commons

I’m not usually an early adopter. I am too stingy for it. Spending large amounts of money on a new thing that hasn’t proven it will catch on yet and whose subsequent generations will fix all the faults the first one had? Lunacy! But there is one thing about which I can still tell the tale that I was there before most everyone else I know – and that’s Facebook.

I got lucky, though. In the fall of 2005, I moved from Germany to Edinburgh to spend a semester abroad. Conveniently, this was after Facebook had expanded to UK universities but before it opened up to everyone everywhere, one year later. So, while everyone in Germany was still connecting on the German Facebook Clone StudiVZ, I was already using the Next Big Thing to hit Germany. And that’s my claim to early adopter fame.

Facebook

It’s true what they say, Facebook is creating a sort of second, parallel internet. If you are using it, you notice stuff that you don’t notice when you are not using it. I have basically stopped using e-mail for communicating with people I know on Facebook. Instead of sending out invites to communal activities, I just create an event. And the sort of private blogging that I used to do before I started this “serious” blog (on Livejournal, I dare you to find my blog, it’s still up) has migrated to Facebook as well. Mostly in short status updates, of course, but sometimes I also still use Notes, the almost-forgotten Facebook blogging app.

Don’t listen to the haters. For me, Facebook has gotten better with every update. Now, with the introduction of Timeline and the revamping of Groups, it is finally a real “best of both worlds” experience. Before, I politely declined friend requests from people I didn’t know too well, because I am still using Facebook for lots of pretty personal stuff. Now, I’m fine with friending colleagues and distant acquaintances, because I simply move them too the appropriate list. Lists also helped me cope with my internet bilinguality (more on that next episode). I can finally write updates in German and not spam my English-speaking friends’ news feeds with them. At the same time, timeline now finally has become a reliable archive of my life and online activity and will probably come in handy some day – if only they added a good search function soon.

What does Facebook do for me, newswise? I sometimes pick up stories from there that I missed elsewhere. My friends’s status updates sometimes alert me to topics, blogs, etc. I wouldn’t have caught without them. I follow several bands, which is great for not missing when they go on tour, and movie projects (although most of them don’t really do that good of a job). Mostly, though, it still connects me with personal friends on a personal level. The few times that I have actually entered into discussions with people didn’t go so well.

If you want to discuss stuff with me, feel free to do so. Some of my profile is actually public and I allow subscriptions. The fact that I haven’t enabled public search, however, shows that Facebook is still more of a private medium for me.

Twitter

While Alex and Facebook were a natural fit, it took Twitter and me a while to become friends. I needed to read about it for a long time before I decided to try my luck there. As you might tell from this blog, expressing thoughts in 140 characters is not really my forte and I am witty only very occasionally (terrible, terrible puns are more my specialty). I also have a really old smartphone that takes ages to even load the Twitter app (I had a newer one but it got stolen – the difference on my Twitter behaviour is palpable). So I don’t tweet too often and I have few followers and even less who follow me because of what I tweet (I guess). Even though this scratches my ego somewhat, I have since found that you don’t need a lot of followers to use Twitter as an awesome cherry on the media cake.

Twitter is my serendipity machine. In its own very limited way it breaks through my filter bubble and points me to things I wouldn’t have noticed without it. Even though I follow mostly people who are either famous or from my field or both, there are enough of them and the connection with them is weak enough to transcend the feedback loop of social networking. Whenever I feel like finding something new or leftfield, I head to Twitter.

I also love to use Twitter as a running commentary on current events. The best experience I have probably had was watching the Oscars this year (always a very lonely affair in Germany because of the time difference). I had my Twitter feed running the whole time, tweeted myself and somehow felt like I was watching the ceremony with a circle of cool friends.

Twitter is not an essential part of my media diet. I also think it is a much better tool for freelancers than for regular employees – I’m not allowed to tweet about most of the interesting stuff that happens to me – and I have found that I am simply more of a blogger than a microblogger. But I wouldn’t want to miss Twitter in there. It makes for some very interesting flavouring.

The Rest

I registered on StudiVZ, the dying German copycat-cousin of Facebook, with an e-mail-address that has since been deactivated. I can’t remember my password so I haven’t been able to log in and see the devastation for some years now.

I try to use Xing, the German copycat-cousin of LinkedIn, as a business profile, giving people who don’t know me personally an alternative to Facebook. I hardly ever use it and I wouldn’t know why I should start, especially since Facebook made the list feature more prominent.

I have a Google+ profile, but I have yet to use it. Why the heck should I hang around two sites with almost the exact same functionalities? I hear people say the conversations on Google+ are better. I was never unhappy with the conversations on Facebook.

That’s about it for my media diet, but I have one more topic left to cover, so there will be a part 5 about the pain in the ass that bilinguality can be.

Navel Gazing is a multi-part blog series about my personal media consumption habits, meant as a case study and a moment of self-reflection on account of Real Virtuality’s third birthday.

Navel Gazing – Part 3: Blogs

I like to know what’s going on in the world, but generally I’m fine with having a cursory overview of the most important events. This is different in my more specific fields of interest – film, media, music and cultural trends – and I have come to depend on blogs for most of my information in these fields.

Like with everything else, I use Netvibes to organize my feeds and I would be lost without it. The widget mode allows me to see all feeds with one look and lets me decide if I want to read every item, pick out single ones or just mark the whole feed read. This mode of operation also allows me to give feeds different amounts of room according to how often they post new items and how important I find them and also allows for easy cycling in and out of feeds, e.g. when they stop updating or start boring me.

I have organised my feeds in five tabs: film, music, media, “cult and culture” (a term I borrowed from my college newspaper’s miscellaneous section) and “people”, which means private blogs of people I know. Let me take you through those tabs.

Film

As I’ve already mentioned in my last entry, my main blog for keeping track of everything film has become /film. It’s not as good as my earlier key medium, Cinematical, mostly because of its limited (geeky) scope, but it’s okay for keeping an overview on Hollywood filmmaking at least (I’m thinking of switching, maybe to something like “The AV Club”. Any other suggestions?). For arthouse cinema, I rely on the “Film Weekly” podcast discussed in the last episode). In support of /film, I follow the only German film blog worth following, NEGATIV, but I mostly just skim the articles. Because they are opinion leaders in Germany, for some strange reason, I also follow Die Fünf Filmfreunde, who mostly post trailers. PARALLEL FILM is the blog of German filmmaker Christoph Hochhäusler, the only German filmmaker who blogs (the sorry state of the German film blogosphere is a topic for another post or post series).

There are three academic film blogs whose authors I respect and like. Dan North wrote one of the best books on digital aesthetics four years ago (get it here) and he irregularly blogs about sci-fi, puppetry and Naomi Watts. I am especially fond of his Build Your Own Review category. The Film Doctor posts good linklists every weeks and writes delightfully snarky reviews (“The Artist: When Homage becomes Fromage”). And David Bordwell really needs no introduction. He’s easily the most interesting academic film blogger around.

For some (very rarely updated) fun, I follow Adam Quigley’s Tumblr.

Music

I have a problem. I actively enjoy a genre of music that is one of the most reviled among music journalists: prog rock. I also don’t care much for many artists and styles music journalists regularly hype. And I find the kind of writing about prog rock that does exist mostly quite dull and old-fashioned. So I only read three music blogs in support of my wekly dose of the “Music Weekly” Podcast: The Guardian Music Blog for its occasional interesting theses about the music industry and columns like “The Indie Professor”; Eric Pfeil’s Pop-Tagebuch because even though I don’t share his taste, he is a very funny writer; and Jem Godfrey’s (Frost*) blog The View from the Cube, because I’ve grown so used to it.

Media

When I was a media journalist, I had two tabs filled with feeds and added new ones almost every week. After I changed jobs, I kept only the blogs of the people whose opinion I generally find worth reading, no matter what they write about. In addition to the german opinion leader in the field, BildBlog, they are: Stefan Niggemeier, Katrin Schuster, Jeff Jarvis, Ulrike Langer and Christian Jakubetz. Also on my media tab: The Guardian Critic’s notebook. Reflecting now, maybe this tab needs a bit of a shake-up soon.

Cult and Culture

This tab holds the best of the rest and everything else that captures my interest for a while or for longer. A sort of hobby-horse of mine is linguistics and I always get my fix at Language Log. I’ve started to read its German equivalent, Sprachlog, but while I like the topics, I can’t stand the precocious tone of its author (one of the problems with blogs). Two blogs keep me updated on Geek culture, German heavyweight Nerdcore and Geekologie, which is infested with crude humour, but funny nonetheless. And then there’s four bloggers, who stand on their own. Sascha Lobo, a very disputed figure in the German blogosphere but I tend to agree with him; Lukas Heinser, who generally writes about pop culture in an amusing way, even though (once again) I don’t share his taste in music; Michael Marshall Smith, who used to be one of my favourite novelists, but has turned kind of sour, which makes for some interesting blogging sometimes; and finally, Georg Seeßlen, an influential German film/culture critic who has good ideas but always carries them a bit too far into convolution – I watch his blog with morbid fascination.

I read lots of other blogs as well, but I don’t read them regularly. I don’t follow their RSS-feeds, even though I like or respect their authors or their topics. There is only so much stuff one person can read in a week. Luckily, the internet has found ways to let the most interesting posts from those blogs float to the top. One of them is aggregators like Rivva, which I mentioned last week. The other one is soial networks, the topic of the next episode.

Navel Gazing is a multi-part blog series about my personal media consumption habits, meant as a case study and a moment of self-reflection on account of Real Virtuality’s third birthday.

Navel Gazing – Part Two: The Web

Image: Katharina Matzkeit

When I planned this series of reflections upon my personal media diet, I decided that I would write one episode about “everything that’s online, but that’s not blogs or social networks”. Today, when I sketched out in my head, what exactly I would write about, I noticed that when you take away blogs and social networks, there isn’t really that much more that I do online. So maybe this episode will be a short one, but let’s leave it like that as a case in point.

Netvibes

The hub around which all my media activity on the web revolves, is a nifty feed reader called Netvibes which I call my “Everywhere Office”. It allows you to subscribe to feeds of all kinds and sort them neatly in tabs and widgets. I have tabs for “News”, “Film”, “Media”, “Music”, “Culture” and “Entertainment”. The number of unread articles on top of each tab gives me an overall feeling of how much has happened. Most of the feeds I follow are blogs (more on that in the next episode), but there is some other stuff as well and I guess that is everything that qualifies for this episode.

News Sites

I had just published the first episode of “Navel Gazing” when I noticed that others think about the same things. And I promptly stumbled upon a sentence by Daniel Erk that perfectly reflects my opinion:

Die deutschen Nachrichtenseiten im Netz finde ich alle recht austauschbar. Es erscheint mir vor allem eine Designfrage, ob man nun auf Spiegel Online, Zeit Online oder FAZ.net die neuesten Meldungen von dpa und Reuters liest.

I find German news sites on nthe web quite interchangeable. It seems to be formerly a design question, whether you read your news wire stories on Spiegel Online, Zeit Online or FAZ.net.

I have personally opted for tagesschau.de for my news needs, which is the website of Germany’s first public service television channel. I find their blue design quite soothing, they seem relatively unbiased and because they are integrated with a network of radio and tv stations, they always offer multimedia content. When I have a general feeling of uninformedness, I like to watch their News in 100 seconds to bring me up to date on the latest headlines in a very short time period.

My college years spent in mass media studies (“Publizistik”) have generally convinced me of the belief that much of what we call “news” is completely irrelevant for me. So I like to keep informed about the trends of what is “viral” in the world right now, for which, I noticed, it suffices to check a news site every few days. Otherwise, I have adapted the strategy of that apocryphal high school intern and let the news come to me, which works surprisingly well (more on that soon). And whenever there is a topic that concerns me or that I feel I should be able to have an informed opinion about (most current example: ACTA), I generally start on a news site for some background and then take to the blogs and columnists to get a wider variety of opinions.

For my film news, I follow /film. While they are, by outer form and also by the tone of their coverage, a blog, most of what they do is reporting news and then adding some personal comment or question with not much journalistic research involved. I simply ignore the personal comments and read the news, which they mostly present in an aggregator-like fashion, by linking to the site that broke the story. Hey, look, a segway to the next section.

Aggregators

I follow the opinion of some bloggers in thinking that aggregating will be an ever more important important part of online journalism in the future. It’s the new form of the very gatekeeping that journalists have always used. I like the fact that there is both algorithms and people that “read” the web for me so I don’t have to. And with the power of the link, that still doesn’t mean that I am dependent on second-hand-news. I can just read it where it originates.

Apart from “/film” mentioned above, I follow the amazing German Blog- and Twitter-Aggregator Rivva, which automatically gives me the topics that Germany’s web opinion leaders are thinking about. For topics that are on the mind of the Chattering Classes in the US, I have found the “Links for the Day” feature of “Slant” Magazines “The House Next Door” very helpful.

Podcasts

I am a big fan of podcasts ever since I discovered that I like it when people talk to me while I run or exercise. So with about four to five hours of physical activity each week, I get through a wide range of podcasts. I always listen to the “Guardian’s” Film Weekly (which might or might not be scrapped soon) and Music Weekly for interviews and opinions on current trends in those areas. In addition, I pick and mix single episodes that seem interesting from the following podcasts: The Q&A with Jeff Goldsmith (for in-depth interviews with film professionals), the /filmcast (for discussions about trends in American cinema), Zündfunk Generator (for current trends in German society), Was mit Medien (for media news) and Media Talk (for media news in Britain). A good friend also regularly tries to turn me on to This American Life and I think she may have almost succeeded.

Entertainment

Almost an afterthought: Netvibes also provides me with my very own Funny Pages independently of Facebook Memes. I follow the webcomics XKCD, Multiplex, Girls With Slingshots, Nichtlustig and Partially Clips – and I still follow what’s going on at Lamebook (a good way, by the way, of keeping an eye on general trends of current American [teenage] humour).

Navel Gazing is a multi-part blog series about my personal media consumption habits, meant as a case study and a moment of self-reflection on account of Real Virtuality’s third birthday.